Die diesjährige Berlinale war geprägt von einem tiefen Riss zwischen filmischer Kunst und lautstarkem Aktivismus. Während İlker Çataks Gelbe Briefe den Goldenen Bären feierte, sorgten radikale Statements auf der Bühne und die Forderung nach politischer Positionierung des Festivals für eine toxische Debatte. In den Kinos überzeugten dagegen vorrangig Produktionen, die das Politische subtil im Privaten verhandeln.
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Berlinale 2026 (2): Berlinale Classics: Geheimnisse einer Seele – Yongbom Lee
Beim Fokus auf den aktuellen Wettbewerb und Star & Sternchen könnte man glatt vergessen, dass die Berlinale in der Classics-Sektion auch restaurierte Stummfilmklassiker wiederentdeckt: In diesem Jahr spielte das Ensemble Broken Frames Syndicate die neukomponierte Musik von Yongbom Lee zu Papsts Geheimnisse einer Seele von 1926. Ein interessantes audiovisuelles Experiment, das mitunter aber den Film aus den Augen verliert.
WeiterlesenBerlinale 2026 (1): Zwischen politischem Ernst und indonesischem Splatter
Filmmusik 2000 zum ersten Mal auf der Berlinale. Ein paar filmische Eindrücke vom 76. Jahrgang des Festivals, bei dem gelungenes Genrekino ein ums andere Mal den Wettbewerb überraschend Paroli bot.
WeiterlesenHoneyjoon – “Trauer, Liebe und Leben”
Die charmante Tragikomödie Honeyjoon begleitet eine Mutter und ihre Tochter auf die Azoren, wo diese versuchen, den Tod des Vaters und Ehemanns zu verarbeiten. Lilian T. Mehrel ist damit ein kluger, humorvoller Debütfilm geglückt, der zeigt, dass man eine Traumreise auch intelligent inszenieren kann.
WeiterlesenDJ Ahmet: “Das pinke Schaf”
Der strahlende Festivalsieger kommt in diesem Jahr aus Nordmazedonien. In DJ Ahmet lehnen sich ein junger Schafshirte und seine Freundin mit Musik und Tanz gegen die Regeln der traditionellen Dorfgemeinschaft auf.
WeiterlesenDefiant: “Schwer erziehbare Pädagogik”
Dass es in Erziehungsheimen nicht nur vor vielen Jahren, sondern auch heute noch unhaltbare Zustände gibt, daran erinnert der finnische Wettbewerbsbeitrag Defiant. Im Mittelpunkt steht die angeblich schwer erziehbare 17-jährige Vilma, die für ihr eigenes Leben und gegen die verkrusteten Strukturen eines überholten Systems kämpft.
WeiterlesenThe Girl without a Name: “Das fehlende Puzzlestück”
In The Girl without a Name untersucht der französische Regisseur Nicholas Keitel die Auswirkungen von häuslicher Gewalt auf die Generation der Kinder. Sein Regiedebüt ist ein erstaunliches, hochemotionales Melodram, wie es in der heutigen Kinolandschaft selten geworden ist. Es wäre deshalb eine Überraschung, wenn sein Film am Ende des Festivals nicht den ein oder anderen Filmpreis einheimst.
WeiterlesenPerla: “Der Schatten der Vergangenheit”
Eine Frau hin- und hergerissen zwischen ihrer Vergangenheit in der kommunistischen Tschechoslowakei und ihrem neuen Familienleben in Österreich – das ist das Filmdrama Perla, inspiriert von wahren Begebenheiten. Doch das atmosphärische Drama leidet darunter, dass die Hauptfigur Entscheidungen trifft, die eher Kopfschütteln, denn Verständnis hervorrufen.
WeiterlesenHysteria: “Der Schlüssel zum Miteinander”
Mehmet Akif Büyükatalays Hysteria diskutiert, wie Fremdzuschreibungen, Vorurteile und Unehrlichkeit die Gesprächskultur in der Gesellschaft untergraben. Ein bemerkenswerter, unbedingt sehenswerter Film über Deutungshoheit und Diskursverschiebungen, der aber leider etwas unter seiner wackeligen Konstruktion als Thriller leidet.
WeiterlesenDonkey Days: “Familie in Dauerschleife”
Auch in diesem Jahr berichten wir wieder vom Braunschweig International Filmfestival. Den Auftakt macht Rosanne Pels Wettbewerbsbeitrag Donkey Days, in dem zwei erwachsene Töchter um die Gunst der übermächtigen Mutter konkurrieren und sich dabei selbst zerfleischen.
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