Malone – David Newman

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Malone – ein Burt Reynolds – Actionvehikel von 1987, mit dem der alternde Star noch einmal vergeblich versucht hat, an frühere Erfolge anzuknüpfen, war einer der frühen Vertonungsaufträge des jungen David Newman, der sich zuvor bereits mit dem Schocker Anthony – The Kindred (1987) und dem kruden Horrorreißer Critters (1986) erste Sporen im Geschäft verdient hatte. In dem Film geht es um einen ehemaligen CIA-Agenten (Reynolds), der in einer Provinzstadt gegen rechtsradikale Bodenspekulanten ankämpft. Zwanzig Jahre nach dem Kinostart des Reißers, der selber längst in Vergessenheit geraten ist, hat sich Intrada der Filmmusik Newmans angenommen und diese erstmals auf CD gepresst. Das martialische Titelbild mit einem schießwütigen Burt Reynolds ist jedoch nicht Programm: Newman hat einen dramaturgisch ausgewogenen Action-Score komponiert, der neben einigen durchaus maskulinen Action-Stücken immer wieder auch Raum für lyrische Momente lässt. In seiner Mischung aus Orchestralem und Synthetik knüpft Malone stark an Genre-Musiken eines Jerry Goldsmith und Basil Poledouris an, ist zugleich typisch für die 80er Jahre. Die Klasse der Vorbilder erreicht Newman mit seiner Arbeit jedoch nicht. Dafür bleibt die Musik zu standardisiert. Es fehlen ihr memorable Themen ebenso wie eine einfallsreiche Orchestrierung.

Ganz dem militärischen Kontext des Filmes entsprechend gibt es eine gute Prise Americana: feierliche Trompetensoli, hier und da Fanfaren der Blechbläser und immer wieder Streicherwohlklang unter Begleitung der Holzbläser. Besonders schwach ist die Komposition aber vor allem in den Spannungsmomenten und Actionszenen, in denen altbackene Synthesizer-Klänge gepaart mit hektischem Schlagzeugspiel (oder Rhythmen aus der Drum Machine) und dissonanten Streicherharmonien erklingen. In vielerlei Hinsicht hat Malone etwas von eine frühen Fingerübung Newmans, die dem Film zwar eine funktionale, auf den Zeitgeschmack abgestimmte Vertonung verleiht, darüber hinaus aber kaum über eine filmmusikalische Fußnote der 80er Jahre hinauskommt. Stattdessen ist Malone ein gutes Beispiel für eine durchschnittliche Action-Vertonung, wie es sie im damaligen Hollywood-Alltag öfters gab. So ist die CD vor allem etwas für die treue Anhängerschaft David Newmans, für alle anderen Hörer aber trotz vereinzelter netter Momente eher entbehrlich.

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