The Forgotten – James Horner

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Betrachtet man die Filmmusiken James Horners der vergangenen Jahre, entsteht das seltsame Bild eines ausgebrannten Komponisten, bei dem es so scheint, als wäre ihm mittlerweile der letzte Funken Inspiration abhanden gekommen. Ein Ende dieser Negativentwicklung, die vielleicht auch darin begründet liegen mag, dass Horner seit geraumer Zeit seine Partituren selber orchestriert, ist nicht abzusehen. Daran können auch passable Musiken wie The Missing (2003) oder zuletzt Bobby Jones (2004) wenig ändern. Mit Die Vergessenen – The Forgotten erreicht Horner einen weiteren Tiefpunkt. Zwar plagiiert er bei der Vertonung des übernatürlichen Thrillers mit Julianne Moore in der Hauptrolle ausnahmsweise mal nicht eigene oder klassische Vorbilder. Doch dies kann nicht als Empfehlung dienen, denn die zwischen meditativen Stücken und lärmende Ausbrüchen des Synthesizers pendelnde Tonschöpfung ist alles andere als originell oder vielseitig geraten.

Mit Ausnahme der ersten und letzten beiden Stücke kommt die Musik allein mit einem Klavier und reiner Klangsynthetik aus. Die elektronischen Anteile, die aus kollagenartigen Texturen, hämmernden Klangeffekten und pulsierenden Rhythmen bestehen, erinnern an typische Synthesizermusiken der 80er-Jahre – wie sie damals etwa von Jean-Michel Jarre oder Vangelis kreiert wurden. Dieses Stilmittel weist auf das Ende des Filmes hin und macht deshalb durchaus Sinn. Doch nur selten faszinieren die elektronischen Experimente. Über weite Strecken bleibt die Musik leider viel zu sehr den Bildern verhaftet.

Aus dem Rahmen fallen die Stücke zu Beginn um am Ende der Komposition, in denen eine Violine die Besetzung bereichert und im Zusammenspiel mit dem Klavier das lyrische Hauptthema von The Forgotten präsentiert. Diese schlichte Melodie klingt zwar wie eine Mischung aus in The Sixth Sense (1999) und The Village (2004) Gehörtem, bleibt aber einziger Lichtblick einer ansonsten eher monotonen Komposition. Diese mag im Film vielleicht ihren Zweck erfüllen, lässt abseits davon aber an Eigenständigkeit vermissen.

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