Fireflies in the Garden – Javier Navarrete

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Der Spanier Javier Navarrete zählte mit seiner opulenten Fantasymusik für Pan’s Labyrinth zu den filmmusikalischen Shooting Stars des Kinojahres 2006. In seiner neuen Vertonung zum Familiendrama Zurück im Sommer – Fireflies in the Garden schlägt er nun ungewöhnlich intime Töne an: Das große Orchester ist einer kammermusikalischen Besetzung gewichen. Zum Vincent-Trio (Klavier, Cello und Violine) stoßen gelegentlich Klarinetten-Soli von Friedemann Seidlitz. Nur ganz selten tritt die Streichersektion der Dresdner Sinfoniker hinzu. Nicht unähnlich den lyrischen Filmmusiken des Polen Zbigniew Preisner und den Klavierstücken des Italieners Ludovici Einaudi begegnet dem Hörer eine spröde, sehr ruhige Musik, die von einem überaus attraktiven Hauptthema (von Klavier und Cello in „Town of Austere“ vorgestellt) getragen wird.

Wie Preisner arbeitet auch Navarrete mit diesem Thema, in dem er es vom Klavier immer wieder reizvoll akzentuieren lässt, andeutet und nur selten in seiner vollen lyrischer Pracht einsetzt. Diese Momente sind die Höhepunkte einer Komposition, die im Gestus an die feinen Preisner-Musiken zu den Märchenfilmen Der geheime Garten (1993) und Fairytale – A True Story (1997) erinnert, zugleich aber auch über ähnliche Schwächen verfügt: Das ruhige Klavierspiel wirkt mitunter doch eine Spur zu behäbig und variationsarm, so dass die träumerisch-melancholischen Stimmungsmalereien über knapp 40 Minuten Laufzeit mitunter ein wenig ermüden. Streng genommen hätte sogar die feine, rund achtminütige Schlusssuite vollkommen ausgereicht, um die musikalische Essenz der Komposition zu extrahieren. Unterm Strich bleibt aber dennoch eine angenehm unprätentiöse und hörenswerte Vertonung, die die Vielseitigkeit von Javier Navarrete untermauert, letztlich allerdings nicht an die Qualitäten von Pan’s Labyrinth heranreicht.

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