Vantage Point – Atli Örvarsson

Zu den zahlreichen standardisierten Action- und Spannungsvertonungen im US-Kino dieser Tage zählt auch der Hollywood-Erstling des Isländischen Nachwuchskomponisten Atli Örvarsson, den dieser für den Thriller Vantage Point – 8 Blickwinkel kreiert hat. Der mit Dennis Quaid, Sigourney Weaver und William Hurt prominent besetzte Reißer schildert im Stile von Rashomon aus acht verschiedenen Perspektiven einen Attentatsversuch auf den US-Präsidenten. Ein neuer filmmusikalischer Blickwinkel eröffnet sich hier dabei allerdings nicht: Örvarssons Arbeit steht ganz im Zeichen typischer Genrekost nach Vorbild eines John Powells und dessen Bourne Identity-Musiken. Kein Wunder, sammelte Örvarsson doch seine ersten Sporen im Filmmusikgeschäft unter den Fittichen von Hans Zimmer, an dessen Arbeiten zu The Holiday und Fluch der Karibik 3 er mitarbeiten durfte.

So präsentiert sich auch die 8 Blickwinkel-Vertonung als reinrassiges Media Ventures-Produkt. Das Spiel des Orchesters geht hier weitgehend im Einerlei der mittlerweile allerorten anzutreffenden perkussiven und größtenteils elektronisch erzeugten Rhythmen unter. Schon fast ärgerlich ist die Verwendung des Armenischen Duduks, das mittlerweile in jeder zweiten Vertonung, in der in irgendeiner Form ethnische Akzente gewünscht werden, zu Gehör kommt. Auch wenn hier und da ganz passable Passagen zu hören sind (recht nett ist das von der Gitarre begleitete Hauptthema), bleibt Vantage Point unterm Strich ein arg schablonenhaft gefertigtes Fließbandprodukt, wie es dieser Tage leider viel zu häufig die Traumfabrik verlässt.

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