The Mummy Returns – Alan Silvestri

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Die Mumie würde zurückkehren. Das war nach dem überwältigenden Erfolg des ersten Films von 1999 schnell abgemachte Sache. Und so versammelte sich nur zwei Jahre nach dem Dreh des Originals erneut das bewährte Team um Regisseur Stephen Sommers und seine beiden Hauptdarsteller Brendan Fraser und Rachel Weisz für eine abenteuerlich-ironische Hatz durch das England und Ägypten der 20er Jahre. Jerry Goldsmiths gelungene Filmmusik zum Original von 1999 gehört zu den populärsten Soundtracks der 90er Jahre. Da er jedoch, nach eigenem Bekunden keine Fortsetzungen mehr vertonen will, mußte sich Sommers zwangsläufig nach einem Ersatz umsehen. Der wurde mit Alan Silvestri schnell gefunden. Für ihn ist The Mummy Returns die erste epische Filmkomposition mit orientalischem Einschlag. Wie schon Goldsmith bei The Mummy konnte auch er über ein großes Orchester samt Chor verfügen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Auf CD liegen knapp siebzig Minuten üppig-ausladender Orchesterdramatik vor. Die Musik lebt von heroischen Heldenthemen, den Versatzstücken arabischer Folklore und immer wieder peitschend-wuchtigen Rhythmen. Stilistisch eine typische Alan Silvestri-Arbeit, finden sich in den Themen und Motiven viele Verweise zu den Filmmusiken John Debneys wie seaQuest DSV oder Cutthroat Island. Von diesen Arbeiten ist The Mummy Returns deutlich inspiriert. Auch wenn die Partitur nicht die Raffinesse und Eleganz der Goldsmith-Vertonung der Mumie erreicht und der orchestrale Bombast bisweilen Ermüdungserscheinungen hervorruft, bleibt The Mummy Returns insgesamt eine packende und unterhaltsame Filmmusik.

Alle Hörer mit einem Faible für epische Orchesterwerke kommen hier voll auf ihre Kosten. Zwei Schwachpunkte dürfen aber nicht unerwähnt bleiben: Um die Soundtrack-CD rechtzeitig zum Filmstart veröffentlichen zu können, fehlt die zuletzt aufgenommene Musik. Das ist besonders schade im Hinblick auf die hinreißenden „End Credits“, die leider fehlen. Einen weiteren Minuspunkt der ansonsten großzügigen Decca-Einspielung ist der reichlich deplatzierte Song „Forever may not be long enough“ der Rockband Live. Dieser steht am Ende einer ansonsten durchaus empfehlenswerten CD.

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