The Kingdom – Danny Elfman

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Abwechslung hatte Danny Elfman nach zuletzt diversen Vertonungs-Aufträgen für Familien- und Kinderfilme sicher bitter nötig. So ist es zunächst einmal erfreulich, dass er für Michael Manns Actionthriller Operation: Kingdom – The Kingdom um einen Bombenanschlag in Riad als Komponist verpflichtet wurde. Und tatsächlich hat seine Arbeit wenig mit seinen Musiken der letzten zwei Jahre (z.B. Corpse Bride oder Charlotte’s Web) gemeinsam. Allerdings genauso wenig mit Elfmans bisherigen Filmmusiken überhaupt. Er bewegt sich mit seiner vor allem überwiegend perkussiv gestalteten Komposition nämlich in einem verblüffenden Ausmaß auf den Pfaden der Action-Musiken von John Powell und Harry Gregson-Williams (als weiteren Bezugspunkt kann man auch die Alias-Musiken von Michael Giacchino nennen), dass die eigene Handschrift geradezu bis zur Unkenntlichkeit verwischt wird.

Es gibt ein lakonisches Thema auf der E-Gitarre – das war es dann auch schon. Die vorantreibenden Drumbeats aus dem Computer bestimmen das musikalische Geschehen. Nur selten ist das Orchester mit generischen Spannungsuntermalungen präsent. Doch Danny Elfman ist kein John Powell und macht als dessen Epigone erst recht eine schlechte Figur. Es mangelt an Abwechslung, das Hauptthema ist blass und jegliches orientalische Kolorit, welches vielleicht ein wenig Farbe in die Musik bringen könnte, wird fast vollständig vermieden. Die Filme Michael Manns sind für ihre meist allein filmdienlichen Vertonungen bekannt (z.B. The Insider, Ali etc.) und so bildet auch Danny Elfmans Vertonung keine Ausnahme. Was im Film funktionieren mag, macht auf CD allerdings wenig bis gar keinen Sinn. Und das ist bei einem Komponisten wie Danny Elfman dann schon eine herbe Enttäuschung.

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