Shrek – John Powell & Harry Gregson-Williams

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Shrek war zu Recht einer der erfolgreichsten Filme des Kinojahres 2001. Der computeranimierte Märchenspaß um den grünen Oger begeisterte mit einer tempo- und gagreich erzählten Geschichte voller Seitenhiebe auf das konkurrierende Disneystudio. Einige Kritiker sahen hierin eine Rache des bei den Mickey Mäusen rausgeflogenen Produzenten Jerry Katzenberg. Doch das ist wohl etwas übertrieben, denn Shrek hat mehr von einer liebevollen Parodie als einer echten kritischen Abrechnung. Auch die Handlung folgt, von einigen wenigen Variationen abgesehen, den gängigen Strickmustern üblicher Disney-Zeichentrickfilme.

Musikalisch tritt erneut das Duo Harry Gregson-Williams und John Powell zur Vertonung an. Beide hatten zuvor bereits zu Antz und Chicken Run clevere Filmmusiken geliefert. Shrek bietet ein ähnlich anspielungs- und zitatenreiches Hörvergnügen wie diese Vorbilder. Fröhliches Mickey Mousing, ohrwurmverdächtige Melodien und eine liebevolle Orchestrierung verbinden sich erneut zu einem rundum unterhaltsamen Komödien-Scoring. Das schöne lyrische Hauptthema („Fairytale“), pathosgeladene Märsche („Ogre Hunters/Fairytale Deathcamp“), ritterliche Fanfaren und das an jüngsten James Bond-Musiken erinnernde „Escape from the Dragon“ zeigen eine enorme stilistische Vielfalt. Besonders reizvoll sind auch das Cellosolo in „Starry Night“ und die feine Vokalise in „Singing Princess“ geraten.

Die beiden Komponisten haben sich bei der Ausarbeitung hörbar viel Mühe gegeben. Dass Shrek insgesamt nicht ganz so geschlossen wirkt wie die Musik zu Chicken Run liegt wohl hauptsächlich daran, dass die Originalmusik im Film immer wieder den eingestreuten Popsongs Platz einräumen muss. Zwei davon sind auch auf dem Score-Album enthalten: „Welcome to Duloc“ und „Merry Men“ – beides durchaus witzige Einlagen, die den Musikfluss aber merklich unterbrechen. Am Ende sind es die markanten Themen und die abwechslungsreiche Gestaltung, die Shrek trotz kleiner Schwächen zu einer der schönsten und eingängigsten Filmmusiken  des Jahres werden lassen. Zum Filmstart hatte es ursprünglich nur eine CD mit den Filmsongs gegeben. Großer Dank gebührt deshalb Varèse Sarabande dafür, dass sie die schöne Vertonung zum Erscheinen der DVD doch noch veröffentlicht haben. Die Musik hat es verdient. Das hübsch aufgemachte Booklet rundet die gelungene Veröffentlichung überzeugend ab.

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