In the Bedroom – Thomas Newman

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Wenn es um die subtile, feinfühlige Untermalung von Familiendramen geht, gibt es derzeit wohl kaum einen besseren Komponisten als Thomas Newman. Mit seinen ungewöhnlich instrumentierten Filmmusiken gelingt es ihm immer wieder, die Seelenwelten der Figuren geschickt auszuloten. Zerbrechlich wirkende Klangwelten gehören dabei genauso zum Repertoire wie unruhige, flirrende Musik, die dem Zuschauer ein Gefühl von Unruhe und Unsicherheit vermittelt.

Par excellence hat er dies bei seiner oscar-nominierten Musik zu American Beauty gezeigt. Kaum ein anderer Score der letzten Jahre hat so perfekt zu den bewegten Bildern gepasst. Doch die großartige filmische Wirkung von Newmans Kompositionen hat auch eine Schattenseite: Sie alle klingen auf CD nicht nur sehr ähnlich, sondern sind selten ohne Bildbezug eigenständig.

Dies ist auch bei seiner neuesten Filmmusik zum fünffach oscarnominierten Drama In the Bedroom nicht anders. Auch hier gibt es ungewöhnliche Instrumente, sanfte Streicherpassagen und dezentes Klavierspiel. Wieder entstehen subtile, sphärische Klanggebilde. Doch neu ist das alles nicht. Wären da nicht die schönen Gesänge des Newark Balkan Chorus, die der Musik eine besondere Note verleihen, würde sich In the Bedroom austauschbar in die letzten Soundtracks des Komponisten einreihen.

Die Musik spielt im Film nur eine untergeordnete Rolle und wird nur spärlich eingesetzt. Deshalb dürfte die halbstündige Veröffentlichung von Varèse Sarabande auch den kompletten Score beinhalten. Nett anzuhören ist das Album allemal. Ob dies allerdings für den Kauf des Soundtracks ausreicht, möge jeder Leser selbst entscheiden.

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