Being Julia – Mychael Danna

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Im scharfzüngigen Kostümfilm Being Julia brilliert Annette Bening als egozentrische Theaterschauspielerin, die sich in den 30er Jahren inmitten einer Sinn- und Lebenskrise befindet. Über die Affäre mit einem jungen Bewunderer wird die extravagante Diva Opfer einer gemeinen Intrige. Doch Rache ist süß. Julia kann sich bei der triumphalen Premiere einer neuen Komödie fulminant revanchieren.

Mychael Danna hat zum amüsanten Spiel um Liebschaften und Eitelkeiten eine elegante Musik von nur rund 23 Minuten Länge geschaffen. Sie erinnert in ihrem klassizistischen Stil unmittelbar an Stephen Warbecks Shakespeare in Love vor allem aber an Sense & Sensibility von Patrick Doyle. Dabei verblüfft wieder einmal, wie geschickt sich Danna in das für ihn ungewöhnliche Genre eingearbeitet hat. Das klangschöne Hauptthema, das im ersten Stück von der Solovioline über einem Streicher-Ostinato vorstellt wird, ist der zentrale motivische Gedanke der monothematischen Partitur. Das expressive Spiel der Violine erinnert streckenweise an ein spätromantisches Konzertwerk. Leider sind diese Parts jedoch so kurz gehalten, dass sie kaum ihre volle Ausdrucksstärke entfalten können. Die Ursache liegt natürlich in den filmischen Vorgaben begründet. Ein wenig schade mutet dieser Umstand aber dennoch an. Immerhin glänzt Danna ansonsten mit schwelgerischen Streichermelodien, reizvoll für Harfe und Xylophon instrumentierten Stücken und charmanten (aber ebenfalls kurzen) Ouvertüren für die Theaterpremieren.

Trotz dieser Einschränkungen gefällt Being Julia als gefühlvolle, klangschöne Vertonung, deren Charme auch eine Reihe eingestreuter Source-Stücke im swingenden Stil der 30er Jahre nichts anhaben können. Unterm Strich steht eine feine CD, bei der die nicht gerade üppige Lauflänge von nur 36 Minuten nicht vom Kauf abhalten sollte.

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