8 Femmes – Krishna Levy

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Acht Frauen und Bedienstete einer französischen Großfamilie sind es, die in einer eingeschneiten Villa in den 50er Jahren aufeinandertreffen. Doch das Idyll wird jäh gestört: Das Familienoberhaupt fällt einem Mord zum Opfer. Nur eine der Frauen kann die Mörderin sein. Mit dieser Grundkonstellation inszenierte François Ozon seine spannende Komödie 8 Frauen nach einem Theaterstück von Robert Thomas, die derzeit in den Kinos zu sehen ist. Der junge Regisseur konnte ein illustres Darstellerensemble für seinen Film gewinnen: Mit dabei sind neben anderen Catherine Deneuve, Emmanuelle Béart, Isabelle Huppert und Fanny Ardant.

Die Originalmusik schrieb Krishna Levy, der die Krimikomödie mit einer überraschend ruhigen, nostalgischen Komposition unterlegt hat. Elegante Streicherpartien mit dezenter Begleitung von Harfe und Klarinette bestimmen das Klangbild der eher melancholischen Arbeit. Diese erinnert in ihren Spannungsmomenten an die Suspense-Musiken eines Bernard Herrmann. Doch Levy gelingt mit geschickter Hand der Brückenschlag zur französischen Filmmusik im Stile von Philippe Sarde und Jean-Claude Petit.

Der rund zwanzigminütige Scoreanteil ergibt eine schön fließende, im besten Sinne traditionelle Filmkomposition, die von den bulgarischen Sinfonikern exzellent eingespielt wurde. Leider entfällt die erste Hälfte der Soundtrack-CD auf französische Chansons, die von den acht Hauptdarstellerinnen (jeder ist ein eigenes Lied gewidmet) des Filmes eher durchwachsen interpretiert werden. Der Sprechgesang Isabelle Hupperts in „Message personnel“ deutet es an, und Fanny Ardant sowie Virginie Ledoyen zeigen es mit ihren Liedern: Das Gesangstalent der Schauspielerinnen hat deutliche Grenzen.

Gerne hätte man deshalb mehr von der Originalmusik Krishna Levys gehört. Doch es sind die Lieder der populären Aktricen, die dem Soundtrack seine kommerzielle Zugkraft verleihen. Ohne sie wäre die CD wohl kaum in Deutschland veröffentlicht worden. Am Ende ist es aber die Musik Krishna Levys, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Hier präsentiert sich ein talentierter Komponist, von dem in Zukunft sicher noch mehr zu hören sein wird.

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