The Bridge on River Kwai – Malcolm Arnold

Trotz der großen Anzahl von rund 80 Filmmusiken wurde der Brite Malcolm Arnold nur einmal mit dem Oscar geehrt, für seine Komposition zu David Leans berühmten Kriegsfilm Die Brücke am Kwai – The Bridge on River Kwai von 1957. Es war bereits die dritte Zusammenarbeit mit Lean nach The Sound Barrier (1952) und Hobson’s Choice (1953) und sollte auch die letzte sein, da sich Arnold fortan ausschließlich dem Konzertsaal widmete.

Bekannt ist die Musik vor allem für den „Colonel Bogey“-Marsch, der allerdings nicht von Arnold selbst stammt, sondern bereits 1914 von Kenneth J. Alford geschrieben wurde. Diese berühmte Melodie wird von den britischen Soldaten gesummt, die in ein japanisches Gefangenenlager in Burma gebracht werden und dort stolz einmarschieren. Arnold kombiniert den Marsch mit seinem selbstkomponierten „The River Kwai March“ als Kontrapunkt.

Die eindrucksvolle Ouvertüre geht nach einem unruhigen treibenden Beginn in ein wunderschönes farbenprächtiges Thema über, das dem später aus dem Lager fliehenden Seemann Shears (gespielt von William Holden) gewidmet ist. Dieses Heldenthema und der „River Kwai“-Marsch sind zentrale Themen der eindrucksvollen Komposition, die üppige musikalische Landschaften malt, intensive Dramatik erzeugt (grandios: „Trek to the Bridge“) und dabei immer packend gestaltet ist.

Die vorliegende Originalaufnahme, von Varèse Sarabande (in Amerika von MCA Records vertrieben) wurde 1988 veröffentlicht. Sie leidet allerdings unter einer altersbedingt schwachen Tonqualität, die die Pracht der Musik teilweise nur erahnen lässt. Allein schon aus diesem Grunde ist die 30-minütige Suite für großes Orchester auf dem Chandos-Sampler Malcolm Arnold – Film Music von 1992 vorzuziehen. Die Originalaufnahme, von Malcolm Arnold selbst dirigiert, dürfte in diesem Falle nur für Sammler von Interesse sein, die sich für die Ersteinspielung interessieren.

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