Flicka – Aaron Zigman

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Das neue Pferdeabenteuer Flicka ist ein Remake des Filmes My Friend Flicka von 1943, das seinerzeit von Alfred Newman vertont wurde. Komponierte der Amerikaner damals zwar eine eher routinierte, aber doch sehr pfiffige und farbenfrohe musikalische Begleitung, wandelt Newcomer Aaron Zigman (The Notebook) über 60 Jahre später auf mittlerweile doch recht ausgetretenen Pfaden. Seine mit der 85köpfigen Hollywood Studio Symphony eingespielte Komposition schwelgt in den warmen Klangfarben der Streicher und kombiniert recht abwechslungsreich aufbrausende Americana mit erdiger Country-Folklore, die meist von der Gitarre als Soloinstrument bestimmt wird. Dabei bewegt sich Zigman genau in dem stilistischen Rahmen, dem man bei einem Thema wie diesem erwarten würde.

So überrascht es kaum, dass seine Musik ein Schaulaufen vieler Vorbilder bietet: Von den Abenteuerpartituren eine James Newton Howard über – erschreckend nahe am Plagiat – die experimentellen Klangkollagen und Klavierspielereien eines Thomas Newman (vor allem einmal mehr der thematisch verwandte Pferdeflüsterer) bis hin zur Americana eines Elmer Bernstein reicht die Palette. Für den Newcomer Zigman ist das eine nette, ansprechende Fingerübung – leider aber auch nicht mehr. Ein memorables Thema fehlt ebenso wie eine erkennbare Handschrift des Komponisten. So verliert sich Flicka am Ende leider in der Gefälligkeit einer harmlosen, bereits x-fach in ähnlicher Form gehörten und darum wenig aufregenden Kinderfilm-Vertonung.

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