Arabian Nights – Richard Harvey

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Filmmusik mit arabischen Einflüssen ist in den letzten Jahren wieder ein wenig in Mode gekommen. Man denke nur an Hans Zimmers Prinz von Ägypten (1998) oder die beiden Goldsmith-Musiken zu Die Mumie und The 13th Warrior von 1999. Richard Harvey, der schon bei Animal Farm erfolgreich für eine Hallmark-TV-Produktion gearbeitet hatte, schrieb auch für die Märchenverfilmung Arabian Nights die Musik. Diese lebt vor allem von der arabischen Folklore und der stimmigen Atmosphäre, die Harvey mit authentischer Instrumentierung neben dem klassischen Orchesterapparat und sensibel eingesetzten Synthesizern erzeugt. Die Musik ist farbenprächtig und vielseitig.

Das schöne Thema in „Sultan Shariar’s Dream“, das der einleitenden arabischen Perkussion mit Streichern und einem sanften, fast sphärischen Chor folgt, und der ethnische Gesang Abdallah Chhabys, der ein wenig an die leider verstorbene Ofra Haza erinnert, sind nur der Anfang einer abwechslungsreichen Komposition. Reizvoll sind auch die immer wieder auftauchenden asiatischen Einflüsse wie in „Bacbac“ oder „Aladdin’s Wish“. Sie rufen Erinnerungen an George Fentons Anna und der König aus dem Vorjahr wach. Die einzige Schwäche der Musik sind langatmige Passagen, die allein einer düsteren Atmosphäre und der dramatischen Untermalung verpflichtet sind.

Doch bei der langen Lauflänge von knapp 70 Minuten überwiegen insgesamt die positiven Elemente. Fröhliche Stücke wie „Aladdin and the Princess“ oder die Dramatik von „Amin and the Sultan’s Madness“ und „The Final Battle“ entschädigen für manchen vorangegangenen Leerlauf. Die gelungenen Musiken für die Hallmark-TV-Produktionen sowie die großzügigen Veröffentlichungen von Varèse Sarabande entwickeln mittlerweile eine schöne Tradition. Vielversprechende junge Komponisten erhalten hier die Chance, üppige sinfonische Filmmusik zu schreiben. In dieser Reihe kann Arabian Nights zwar nicht ganz mit Don Quixote oder Alice in Wonderland mithalten, ist aber ungeachtet dessen eine unterhaltsame und eigenständige Komposition. Mit ihr empfiehlt sich Richard Harvey für höhere Aufgaben.

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