April Captains (Capitaes de Abril) – António Victorino d’Almeida

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Die französisch-portugiesische Koproduktion erzählt die Geschichte der ersten 24 Stunden der portugiesischen Revolution am Tag des 25. April 1974, an dem eine Gruppe idealistischer Offiziere der Armee ohne Blutvergießen eine Reihe zentraler Punkte der Stadt besetzte und den Kampf gegen das Regime Salazars aufnahm. Der in Lissabon geborene Komponist António Victorino d’Almeida komponierte die Musik zu dem Politdrama, das 2000 im Wettbewerb von Cannes gezeigt wurde. Almeida, der u.a. zeitgenössische Musik studierte, ließ gerade diese Kenntnisse in seine Partitur einfließen.

Das wunderschöne melancholische Leitthema „Capitaenes d’avril“ zieht sich zwar in verschiedenen Orchestrierungen durch die gesamte Partitur, doch wird diese immer wieder von atonalen Klangmalereien mit lose rhythmischer Perkussion durchsetzt. Spannend und ausdrucksstark sind die Variationen Almeidas, in denen er gekonnt Streichersoli und Akkordeon einsetzt. Die Musik steht zwischen traditioneller Melodik und abstrakter Harmonielehre des 20. Jahrhunderts – ein geschickter musikalischer Spiegel der zwischen Tradition und Aufbruchsstimmung zerrissenen politischen wie gesellschaftlichen Stimmung im Land während der Revolution.

Die Vielzahl musikalischer Ideen und Einflüsse machen die in 2 langen (von unterschiedlichen Orchestern eingespielten) Suiten auf CD veröffentlichte Musik zu einem faszinierenden und ambitionierten Hörerlebnis. António Victorino d’Almeida ist ein Komponist, von dem man in Zukunft hoffentlich noch mehr hören wird.

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