Along came a Spider – Jerry Goldsmith

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Nachdem Lee Tamahori 1994 mit Die letzte Kriegerin ein wuchtiges und packendes Drama um die Tragödie einer Maori-Familie in Neuseeland inszeniert hatte, wurde er mit Filmpreisen und Lobeshymnen überschüttet. Es folgte der Ruf aus Hollywood, dem das aufstrebende Talent prompt folgte. Leider waren die nächsten Projekte kaum mehr als filmische Durchschnittsware. Der lakonische Krimi Mullholland Falls (1996) sowie der Abenteuerfilm Auf Messers Schneide (1997) erreichten nicht annähernd die Intensität und Schonungslosigkeit des tollen Debüts. Mit seinem neuen Film Im Netz der Spinne verfilmte Lee Tamahori nun sogar das Sequel des allenfalls mittelmäßigen Thrillers …denn zum Küssen sind sie da von Gary Fleder. Beide Verfilmungen basieren auf Romanen von James Patterson. Morgan Freeman gibt in ihnen einmal mehr die Rolle des seriösen und integren Cops, den er seit David Finchers Sieben mehrfach in ähnlichen Varianten verkörpert hat.

Die weitgehen sinfonische Musik schrieb Jerry Goldsmith, mit dem Tamahori schon bei The Edge zusammengearbeitet hatte. Sie gehört allerdings zu seinen schwächsten Kompositionen seit geraumer Zeit. Merklich uninspiriert, mangelt es der Partitur an thematischen Ideen und der Komplexität, die etwa noch die Komposition zu Paul Verhoevens Hollow Man im Vorjahr so interessant gemacht hat. Der Altmeister verzichtet auf ein greifbares Haupthema oder wiedererkennbare Motive. Stampfende Bässe, sinister aufspielende Streicher und der typische Einsatz der Blechbläser machen die Musik vorhersehbar und langweilig. Alles war bereits einmal in ähnlicher Form – nur besser – zu hören. Während sich Komponisten wie Howard Shore (The Cell, The Yards (beide 2000)) oder Christopher Young (Bless the Child (2000)) bei aller Routine im Thrillergenre zuletzt viel Mühe gaben und nach frischen Konzepten suchten, scheint sich Goldsmith in diesem Falle mit bloßem Selbstplagiat zu begnügen. Der blasse Krimi mit krudem Plot gibt freilich wenig her. Dennoch irritiert es, dass Goldsmith immer wieder in seiner Karriere solche unnötigen Auftragsarbeiten annahm.

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