Nicholas Nickleby – Rachel Portman

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Für ihre Vertonung der Jane Austen-Verfilmung Emma von 1996 erhielt Rachel Portman als erste Komponistin einen Oscar in der Sparte Musik. Der Regisseur des Filmes hieß damals Douglas McGrath. Knapp sieben Jahre sind seitdem vergangen. Für die Dickens-Adaption Nicholas Nickleby arbeiteten beide 2002 erneut zusammen.

Die Komposition knüpft stilistisch nahtlos an Emma an. Pastoraler Wohlklang mit folkloristischen Einschüben – dazu Soli von Klarinette und Querflöte – das war bereits damals das Erfolgsrezept. Allein der Tonfall ist hier eine Spur verhaltener. Dies drückt sich in Spannungsmotiven und moll-gefärbten Stücken aus, die zuweilen an Patrick Doyle (vgl. Henry V (1989)) erinnern. Das Hauptthema stellt dazu eine Variante des in Gottes Werk & Teufels Beitrag (1999) gehörten dar.

Zwar handelt es sich bei Nicholas Nickleby keineswegs um eine grundsätzlich schlechte Komposition. Für sich genommen besitzt die CD sogar einige Hörqualitäten. Doch die Ähnlichkeiten zu Rachel Portman früheren Arbeiten sind dermaßen groß, dass man schon fast von einem Aufguss sprechen muss. Wer bereits einige Portmans auf CD sein eigen nennt, braucht Nicholas Nickleby deshalb strenggenommen nicht. Für eine erste Begegnung mit der Komponistin oder als schönklingendes Filmsouvenir verdient die Musik dennoch eine Empfehlung – zumal das Vorbild Emma inzwischen leider nur noch als Import erhältlich ist.

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