Elementarteilchen – Martin Todsharow

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Man könnte die Musik von Martin Todsharow zur Verfilmung des Romans Elementarteilchen des französischen Skandalautors Michel Houellebecq als experimentell oder originell würdigen. Hervorzuheben wären die originellen und nuancierten Klangexperimente, der Einsatz ungewöhnlicher Perkussion-Instrumente in Kombination mit elektronischen Klangkollagen. Ebenso könnte man die minimalistischen Akzente, das klassizistisch anmutende Spiel der Streicher oder die nachdenklichen Klavierspielereien loben. Könnte man, wenn man diese Kombination nicht schon so oft in ähnlicher Form gehört hätte. Tatsächlich eifert Todsharow nämlich den Klangexperimenten eines Thomas Newman nach und bedient sich Minimalismen, wie man sie bereits aus den Partituren von Philip Glass und Michael Nyman kennt. Das wäre halb so schlimm, wenn ihm zumindest ein tragfähiger thematischer Gedanke gelänge, der über diese Stilkopien hinweg sehen ließe. Doch Fehlanzeige. Über ein paar hübsche, aber letztlich unscheinbare Motive kommt seine Komposition nicht hinaus.

Deshalb ist der einzige Unterschied zu den bereits vor einigen Jahren vorgestellten und meist synthetischen Fernsehmusiken Todsharows (2000) die etwas aufwändigere Gestaltung, in der mit dem Berliner Score Orchestra unter der Leitung von Jorus Bartsch-Buhle auch sinfonische Kräfte zum Einsatz kommen. Doch es nützt nichts. Über weite Strecken plätschert die Musik zwar durchaus gefällig, aber letztlich auch gleichförmig und abwechslungsarm vor sich hin, so dass schnell gepflegte Langeweile aufkommt. Die weitgehend atmosphärische Vertonung mag vielleicht filmdienlich sein, abseits der Bilder bleibt sie hingegen farblos. Da helfen am Ende auch die exzellente Aufnahmetechnik und das wie immer bei Normal Records ansprechend gestaltete Booklet wenig.

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