The Tailor of Panama – Shaun Davey

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Der neue Film von John Boorman, Der Schneider von Panama, ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von John le Carré. Im Zentrum der Handlung steht ein amerikanischer Spion, der in Panama raffinierte Intrigen spinnt und sich zu diesem Zweck einen Schneider mittels Erpressung gefügig macht. Trotz einiger gelungener ironischer Seitenhiebe und der tollen Kulisse mangelt es der Politsatire ein wenig an Biss und Spannung. So lebt der Film allein von seinem gut aufgelegten Darstellerensemble. Allen voran Geoffrey Rush weiß als „Schneider von Panama“ zu überzeugen.

Schade nur, dass die Musik von Shaun Davey (Waking Ned Divine, Twelfth Night) im Film sehr leise zu hören ist und dabei zur bloßen Untermalung verkommt. Dabei hat sie einiges zu bieten. Auf den Spuren von Jerry Goldsmiths meisterhafter Under Fire-Partitur gelingt es dem jungen Komponisten fabelhaft, die lakonische Stimmung der Handlung einzufangen. Naturgemäß spielen Gitarre, ethnische Flöten und Perkussion eine wichtige Rolle. Obwohl Davey viele stilistische Klischees lateinamerikanischer Folklore bemüht, gewinnt seine Arbeit deutlich mit mehrmaligem Hören. Schöne Melodien und mitreißende Rhythmen gehören zum Vokabular seiner sehr unterhaltsamen Komposition.

Es bleibt zu hoffen, dass sich mit dieser feinen Musik für Shaun Davey die Tür zu weiteren größeren Produktionen öffnet. Nach ebenso gelungenen Partituren für Waking Ned Divine (1998) sowie Twelfth Night (1996) wäre ihm dies zu wünschen.

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