The Mummy – Tomb of the Dragon Emperor – Randy Edelman

Und noch eine Mumien-Hatz: Der Franchise um Die Mumie mit Brendan Fraser in der Hauptrolle geht nunmehr in die dritte Runde, in der es den Helden nach China zum Grabmal des Drachenkaisers verschlägt. Führte Stephen Sommers bei den ersten beiden Teilen noch Regie, hat er das Zepter nun an Rob Cohen (Dragonheart) übergeben, der für die musikalische Seite seinen Haus- und Hofkomponisten Randy Edelman gleich mitgenommen hat.

Auf Edelman lastet die Bürde der populären Musiken der ersten beiden Filme: Zu The Mummy hatte Jerry Goldsmith 1999 eine der attraktivsten Partituren in seinem Spätwerk komponiert, und auch Alan Silvestri gelang mit der zwei Jahre später entstandenen Fortsetzung Die Mumie kehrt zurück eine zwar schwächere, dennoch aber reizvolle orchestrale Tour de Force. Vom diesem Niveau seiner Vorgänger ist Edelman weit entfernt: Obwohl er mit dem renommierten London Symphony Orchestra arbeiten durfte, ist seine Arbeit konsequent mit Klangsynthetik unterlegt. Doch das eigentliche Problem ist nicht nur das daraus resultierende billig und künstlich wirkende Klangbild, sondern vor allem die grobschlächtige Machart, in der der Amerikaner einmal mehr versucht, kompositorische Defizite mit protziger Opulenz zu kaschieren.

Immerhin garantiert das passable heroische Hauptthema einen gewissen Unterhaltungswert und auch das Pseudo-Asia-Kolorit ist im Grunde recht hübsch geraten. Dazu gibt es hier und da immer wieder nette Momente, wie etwa das reizvolle Scherzo in „Rick’s Long Rod“. Doch was bei den ersten Hördurchgängen noch einigermaßen nett anmutet, nutzt sich mit der Zeit deutlich ab. Die ungelenke Aneinanderreihung von schlichten Action-Plateaus (die mitunter ein wenig Richtung Media Ventures schielen), seichtem Klaviergeplänkel und stereotypen Heroismen ermüdet über lange 77 Minuten dann doch viel zu schnell.

Auch die Produzenten des Filmes müssen kurz vor dem Kinostart kalte Füße bekommen haben: In letzter Sekunde wurde John Debney (der im Mumien-Franchise bereits für den mäßigen Scorpion King von 2002 verantwortlich zeichnete) engagiert, um mit rund dreißig Minuten an zusätzlicher Musik auszuhelfen (Von seinem Beitrag ist auf der Varèse Sarabande-CD allerdings nichts zu hören). Ob Debney wirklich noch etwas retten konnte, bleibt natürlich fraglich. Für den Film wie die Musik hagelte es zumindest zahllose Verrisse. Für Edelmans Mumienmusik gilt, dass sie bei aller Gefälligkeit in der Trilogie mit Abstand das qualitative Schlusslicht bildet.

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