The Luzhin Defence – Alexandre Desplat

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Ein Geschichte über Schach und eine tragische Liebe in den 20er Jahren: Das ist der neue Film The Luzhin Defence der Holländerin Marleen Gorris, die 1995 für ihre Familienchronik Antonias Welt mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Die reizvolle musikalische Untermalung des Dramas stammt vom französischen Komponisten Alexandre Desplat, dem eine klangschöne und filigrane Arbeit gelungen ist. Schon das verspielte Hauptthema geht direkt ins Ohr. Raffiniert vereinen sich hier Streicher, Celesta und Harfe zu einer leichten wie schönen Melodie. Das Liebesthema ist überraschend abgründig und deutet in seinen dunklen Untertönen bereits auf das tragische Ende hin.

Nicht ungeschickt variiert Desplat diese Themen, greift aber auch immer wieder auf verhaltene Stimmungsmalereien zurück, in denen Streicher und Harfe das Klangbild beherrschen. Düster-moderne Passagen („The Dark Side of Chess“) eine altmodische Tanznummer („Dancing on the Lake“) und der Shostakovich-Walzer aus der Jazz Suite No.2 runden die insgesamt gelungene Musik ab. The Luzhin Defence erinnert ein wenig an die Filmmusiken eines Richard Robbins (etwa Was vom Tage übrigblieb (1993) oder Wiedersehen in Howards End (1992)), dürfte aber nicht nur Freunden dieses Komponisten gefallen. Die Musik von Alexandre Desplat ist angenehm hörbar und durchaus empfehlenswert.

Die Einspielung der Londoner Symphoniker, dirigiert von Desplat selber, ist auf gewohnt hohem Niveau. Allein das Booklet bietet neben einer kurzen Inhaltsangabe zum Film leider keine weiterführenden Hintergrundinformationen.

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