The Good Shepherd – Marcelo Zarvos & Bruce Fowler

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Für die zweite Regiearbeit von Robert DeNiro, Der gute Hirte – The Good Shepherd, mit Matt Damon, Angelina Jolie und Alec Baldwin in den Hauptrollen war ursprünglich James Horner vorgesehen, bis dieser kurz vor Toreschluss das Projekt verlassen musste. Als Ersatz wurden der Newcomer Marcelo Zarvos (Hollywoodland) und Hans Zimmers langjähriger Orchestrator Bruce Fowler verpflichtet. Beide haben sich ihre Arbeit – möglicherweise aufgrund des enormen Zeitdrucks – fein säuberlich aufgeteilt: Etwa eine halbe Stunde Musik stammt von Zarvos, eine weitere Viertelstunde geht auf die Rechnung von Fowler. Der Rest der rund 72minütigen CD wird von diversen zeitgenössischen Source-Stücken bestimmt – eine kunterbunte Mischung aus Hits der 20er bis 50er Jahre. Zusätzlich kommen der „Silouans Song“ von Arvo Pärt sowie das Kirchenlied „Ofrenda de Amor“, interpretiert vom St. Louis African Chorus, zum Einsatz. Beachtlich sind dabei drei Big Band-Stücke, die Bruce Fowler extra für den Film geschrieben und mit Vince Giordano und dem Night Hawks Orchestra aufgenommen hat.

Die eigentliche Originalkomposition des Duos Zarvos/Fowler begleitet das Drama um die Anfangsjahre des Amerikanischen Geheimdienstes CIA mit einer düsteren, sehr zurückhaltenden Musik. Während die Anteile von Zarvos mit Streicherostinati und Klavierspiel zumindest phasenweise etwas stärker konturiert sind, bleiben die Fowlers mit brodelnden Klangschichten aus dem Synthesizer und monotonem Streicher- sowie Klavierspiel meist eher blass. Aber auch Zarvos ordnet sich mit seiner Musik ganz den Bildern unter. Sein passables Hauptthema „Edward“ ist da zusammen mit dem Violinsolo in „The Violin“ noch einer der wenigen ansprechenden Momente der ansonsten monotonen und kaum von den Bildern zu trennenden Komposition. Die düsteren Streicherharmonien mit mollgetöntem Bläserspiel in Begleitung von brodelnder Perkussion oder simplen rhythmischen Akzente – alternativ von Harfe, Streichern bzw. Schlagwerk – bieten nicht mehr als x-fach kopierte Genrestandards. In einem Jahr besonders starker Noir-Musiken (The Good German, The Black Dahlia) bleibt Der gute Hirte deshalb zumindest kompositorisch gesehen eine graue Maus.

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