The Fast and the Furious -Tokyo Drift – Brian Tyler

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Heiße Frauen, coole Typen und illegale Autorennen: Das ist das Motto der erfolgreichen Actionreihe The Fast and the Furious, die mit Tokyo Drift mittlerweile in die dritte Runde geht. Wurden die Vorgänger von BT bzw. David Arnold vertont, durfte nun Brian Tyler ran. Der Amerikaner hat dem hippen Actionstreifen einen sehr rock- und technolastigen Score verpasst, in dem das Orchester nur eine Nebenrolle spielt (lediglich in der 6minütigen Schluss-Suite sind ein paar sinfonische Actionstandards zu hören). Hier und da hört man leise Mix ein paar unterstützende Streichermotive. Das war es schon. Im Vordergrund stehen die in drei Stücken zu hörenden krachenden E-Gitarren des Gun’s and Roses-Mitglieds Slash und die schnellen Beats aus dem Computer. Für die seltenen Ruhepunkte sorgen atmosphärische Klangflächen, in denen meist die von Tyler selber gespielte Gitarre als Begleitung erklingt. Das südländisch anmutende Gitarrenthema in „Neela Drifts“ und „Neela“ lässt kurzzeitig aufhorchen.

Doch ansonsten setzt Tyler kaum thematische Akzente. Stattdessen peitscht er die Vertonung mit standardisierten Drumbeats und Schlagzeugrhythmen unermüdlich voran. Laut seinen Aussagen sollte so weit wie möglich auf Computer verzichtet und ein möglichst „menschlich“ klingender Score geschaffen werden. Auch thematisch sollte es dabei zugehen. Davon ist jedoch wenig zu spüren. Wenn man das vorliegende Resultat hört, kann man aufgrund solcher Werbesprüche nur kräftig mit dem Kopf schütteln. Tylers The Fast and Furious entspricht nämlich in allen Belangen einer zielgruppengerechten Vertonung für ein derart hohles Hollywood-Produkt – krachend laut, poppig schnell und fürchterlich seelenlos. Die Karriere des jungen Komponisten befindet sich unterdessen auf dem absteigenden Ast – eine Entwicklung, die sich zuletzt schon bei Annapolis abzeichnete und hier eine weitere Bestätigung findet.

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