The Brave One – Dario Marianelli

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Ohne Zweifel gehört Dario Marianelli derzeit zu den aufstrebenden Komponisten in der Traumfabrik. Mit den stilistisch weit auseinander liegenden Musiken zu Pride & Prejudice (die ihm seine erste Oscar-Nominierung einbrachte) und Brothers Grimm hat er sich 2005 erstmals einen Namen gemacht. Zwei Jahre später ist jedoch offenbar selbst bei ihm trister Hollywood-Alltag eingekehrt. Seine Vertonung von Neil Jordans umstrittenem Rachethriller Der Fremde in Dir – The Brave One mit Jodie Foster in der Hauptrolle fügt sich nämlich nahtlos in die Austauschbarkeit aktueller Genre-Vertonungen ein. In der perkussiven Ausgestaltung mit orchestralem Überbau orientiert sie sich vor allem an den von John Powell mit der Bourne-Trilogie gesetzten Suspense- und Action-Standards (man vergleiche z.B. das Stück „Wedding Cards“ mit The Bourne Supremacy).Vor allem thematisch bleibt Marianellis ansonsten solide gefertigte Komposition überraschend farblos. Einfache Klaviermelodien (begleitet von Gitarre oder Harfe) und kurzatmige Streicherharmonien sind zu hören. Hier und da verleihen Cellosoli der Musik ein wenig Integrität. Doch insgesamt fehlt ein eigenes Profil ebenso wie eine erkennbare Handschrift des Komponisten. Ein paar sperrige, düstere Stimmungsmalereien sind da zu wenig, um aufhorchen zu lassen. Anders als Marianellis noch etwas stärkere und abwechslungsreichere Arbeit zu Goodbye Bafana lädt The Brave One jedenfalls kaum zum mehrmaligen Hören ein. Irgendwie schade, dass sich Suspensemusik im Kinojahr 2007 immer gleich oder zumindest ähnlich anhört. Die Kreavität und Experimentierfreude von Regisseur Neil Jordans eigentlichem Stammkomponisten Elliot Goldenthal (Michael Collins, The good Thief) wird hier schmerzlich vermisst.

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