Starship Troopers 2 – Hero of the Federation – John Morgan & William Stromberg

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Wenn die Fortsetzung eines Kinofilms direkt auf DVD erscheint, verheißt das selten Gutes. Meist soll schlichtweg ein mäßiges Produkt mit einem bekannten Namen als Aushängeschild verkauft werden. Auf diese Art und Weise entstanden in den letzten Jahren reichlich überflüssige Fortsetzungen zu Kinohits wie Eiskalte Engel oder From Dusk Till Dawn (beide gingen vor kurzem in die bereits dritte Runde). Als neuester Vertreter in der Reihe unnötiger Wiederverwertungen erschien vor kurzem das Sequel zu Paul Verhoevens Starship Troopers (Musik: Basil Poledouris) auf DVD. Auch hier gilt wohl, dass es besser beim Original geblieben wäre. Nur lose und mit einem völlig neuen Darstellerensemble knüpft der zweite Teil kaum an den ersten an. Auf einem fernen Planeten müssen Truppen der Föderation gegen intelligente Bugs kämpfen. Viel mehr als ein stupides Actionspektakel soll laut der überwiegend vernichtenden Kritiken nicht geboten werden.

Normalerweise würde ein zweitklassiger Reißer wie Starship Troopers 2 filmmusikalisch nur von geringem Interesse sein. Doch für die Vertonung wurden keine Geringeren als John Morgan und William Stromberg verpflichtet. Die beiden haben sich seit Beginn der 90er mit ihren Neueinspielungen von Golden Age-Klassikern einen Namen gemacht. Parallel zu dieser Tätigkeit trieben sie kontinuierlich ihre kompositorische Karriere voran und vertonten zusammen u.a. die Dokumentationen Trinity and Beyond (1995) sowie Atomic Journeys (1999). Ihr Faible für das Golden Age blitzt bei der rein sinfonischen Vertonung der Starship Troopers durch jeden Takt. So ist die im Kleingedruckten der CD-Rückseite vermerkte Danksagung an die legendären Filmkomponisten Max Steiner und Bernard Herrmann durchaus wörtlich zu nehmen. Als wäre Starship Troopers 2 Western der 40er Jahre und Hitchock-Thriller zugleich, nehmen Morgan/Stromberg die Science-Fiction-Gurke zum Anlass, eine musikalische Hommage an das Golden Age zu zelebrieren. Das bedeutet im Resultat, dass sich die Actionstücke an Max Steiner orientieren und das Suspense-Scoring intensive Erinnerungen an Bernard Herrmann hervorruft.

Zusammengehalten wird die rund siebzigminütige Komposition von einem heroischen Heldenthema, das zunächst als Marsch erklingt, und im weiteren Verlauf in einer lyrisch-romantischen Variation als Liebesthema dient. Das Starship Troopers -Thema von Basil Poledouris wird nur kurz zweimal zitiert, spielt in der Fortsetzung ansonsten aber keine Rolle. Insgesamt handelt es sich um eine grundsolide, gut fließende Musik, die nicht nur über handwerkliche Qualitäten, sondern auch einigen Unterhaltungswert verfügt. Doch es gibt leider eine Kehrseite der Medaille: Die Komposition lässt sich kaum von den großen Vorbildern Steiner und Herrmann trennen. Trotz eingestreuter Modernismen fehlt dem Duo Morgan/Stromberg letztlich eine eigene Handschrift, die der Arbeit über die reine Stilkopie hinaus Eigenständigkeit verleihen könnte. Die gut aufgelegten Moskauer Sinfoniker, die großzügige Lauflänge von über siebzig Minuten und das nette Booklet können darüber aber in Grenzen hinwegtäuschen. Am Ende dürfte ohnehin jeder zufrieden sein: Morgan/Stromberg haben mit Starship Troopers 2 den ersehnten Karriereschritt vollzogen und der geneigte CD-Käufer erhält eine kurzweilige Science-Fiction-Musik für die Sammlung.

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