Spy Game – Harry-Gregson Williams

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Der Agententhriller Spy Game startete Ende März 2001 in den deutschen Kinos. Brad Pitt spielt darin einen in China zum Tode verurteilten CIA-Spion. Sein ehemaliger Vorgesetzter (Robert Redford), mit dem er sich einst überworfen hat, erhält den Auftrag, ihn zu befreien. Dazu hat Harry Gregson-Williams eine Suspense-Musik mit fernöstlichem Einschlag geschrieben. Chinesischer Perkussion und elektronischen Grooves stehen sphärische Passagen mit ethnischen Instrumenten (Flöten, Erhu und keltische Harfe) gegenüber. Vokalisen aus China, Vietnam und dem Mittleren Osten beweisen überraschende Vielfalt. Sie verweisen geschickt auf die rund um den Globus verteilten Schauplätze der Handlung.

Die Verwendung unterschiedlicher Perkussion-Gruppen von Elektronik bis hin zum Traditional Chinese Performing Arts Institute zeigt, wie viel Mühe sich Gregson-Williams beim Komponieren gegeben hat. Variation in der Instrumentierung ist also vorhanden. Leider klingt der Soundtrack in den Actionszenen und Streicherpassagen vergleichsweise blass. Deutlich hört man hier die Media Ventures-Schule von Hans Zimmer heraus, ohne dass den gängigen Klischees etwas Neues hinzufügt würde.

Im Gesamtbild wirkt der über siebzigminütige Soundtrack trotz netter Momente sehr monoton. Das liegt zum einen am Fehlen einprägsamer Themen, zum anderen an den (aller Vielseitigkeit zum Trotz) auf Dauer ziemlich ermüdenden Perkussion-Rhythmen. Der Umgang des Komponisten mit der Klangexotik des Fernen Ostens mag zwar reizvoll sein, ist allerdings wenig originell. Ähnliches hat man in den vergangenen Jahren bereits häufiger gehört. Insgesamt ist Spy Game eine handwerklich ordentlich gemachte Spannungsmusik, der es über die Lange Laufzeit  es jedoch merklich an Raffinesse und zündenden Ideen mangelt.

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