Sleuth – Patrick Doyle

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Patrick Doyle, Minimalismus und Techno. Das sind drei Dinge, die man so ohne Weiteres wohl kaum miteinander in Verbindung bringen würde. Dennoch treffen sie in seiner neuesten Vertonung für Kenneth Branagh (die mittlerweile achte gemeinsame Zusammenarbeit) aufeinander. Den Thriller 1 Mord für 2 – Sleuth mit Michael Caine und Jude Law in den Hauptrollen – Remake des gleichnamigen Klassikers aus den 70er Jahren – begleitet er mit einer minimalistischen Tonschöpfung, die sich ein wenig an den Arbeiten von Clint Mansell zu Requiem for a Dream und The Fountain orientiert, leider aber nicht mit annähernd so raffinierten Klangwirkungen aufwarten kann. Dafür bleibt die neueste Doyle-Arbeit zu einfach gehalten und bildbezogen.

Sleuth ist trotz der Beteiligung des sträflich unterbeschäftigten London Symphony Orchestras eine kammermusikalische Komposition, in der ein einfaches Motiv von Klavier und Streichern (oftmals Celli) gespielt – ohne besondere Variation schier endlos repetiert wird. Gelegentlich gibt es dezente Schlagwerkbegleitung und zweimal darf Doyles Sohn technoartige-Rhythmen beisteuern (wobei das erste dieser beiden Stücke ärgerlicherweise von Filmdialogen überlagert wird). Im ohnehin dialoglastigen Film dürfte das durchaus funktionieren: Doyle erzeugt mit seiner Vertonung nämlich eine kühle, sogartige Atmosphäre, die man sich gut mit den Bildern vorstellen kann. Allein von CD gehört bleibt die Musik aber viel zu eintönig und schlicht, um begeistern zu können. Sie belegt zwar die Wandlungsfähigkeit des Komponisten, mehr aber nicht.

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