Semana Santa – Andrea Guerra

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Pepe Danquart dürfte Filmkennern durch seinen oscarprämierten Kurzfilm Der Schwarzfahrer (1993) bekannt sein. Seitdem sind knapp zehn Jahre vergangen und für den in Singen geborenen Filmemacher aus Deutschland ist die Karriere noch nicht so richtig in Schwung gekommen. Sein abendfüllender Spielfilm Semana Santa (zu deutsch: „Heilige Woche“), den er in einer europäischen Koproduktion mit Oliver Martinez (Der Husar auf dem Dach) und Mira Sorvino (Geliebte Aphrodite) in den Hauptrollen drehte, erwies sich als veritabler Flop. Ein deutscher Kinostart ist deshalb bislang noch nicht vorgesehen.

Der Thriller um zwei Polizisten, die in Sevilla während der heiligen Woche einen Serienkiller jagen, bot zumindest einem bislang wenig bekannten Komponisten Gelegenheit, sein Talent unter Beweis zu stellen. Der 1961 in Rom geborene Andrea Guerra hat für Semana Santa eine interessante, abwechslungsreiche Partitur geschrieben. Neben spanischem Kolorit in Form von Gitarrenklängen, nimmt er vor allem Bezug auf die heilige Woche. Die düsteren Streicherpassagen werden immer wieder mit sakralen Chorälen verknüpft.

Das im Grunde konventionelle Suspense-Scoring Guerras gewinnt durch den Chor viel an Hörreizen. Stücke wie „Church Mystery“ oder „Recurring Past“ stechen in der ansonsten sehr atmosphärischen, auf Stimmungsbilder konzentrierten Komposition hervor. Auch wenn es sich eine Musik von eher schlichter Machart handelt, erweisen sich die rund 36 Minuten der CD von CAM Records als gut fließendes Höralbum. Semana Santa stellt zwar kein filmmusikalisches Highlight dar, ist aber so manchem biederen Suspense-Scoring der Marke Hollywood deutlich überlegen.

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