Scoop – Songalbum

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Woody Allens neue Krimikomödie Scoop mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle wird überraschenderweise einmal nicht – wie sonst bei Allen üblich – von Jazz-Standards untermalt, sondern von berühmten wie beliebten Klassik-Werken. So erklingen bei der ironischen Mörderhatz quer durch London verschiedene Orchester von Weltruf: Die Berliner Philharmonikern spielen unter Mstislav Rostropovich die Schwanensee-Suite von Tchaikovsky. Karajan dirigiert das Orchester bei Griegs erster Peer Gynt-Suite. Von den Berliner Symphonikern kommt ein Ausschnitt aus dem Nussknacker-Ballet zu Gehör. Und das London Symphony Orchestra spielt mit Stanley Black als Dirigenten den Säbeltanz von Khachaturian. Dazwischen ein bisschen Strauss: Das Orchester der Wiener Staatsoper wartet mit der Tritsch-Tratsch Polka auf, während vom Wiener Strauss Orchester die Annen-Polka zu hören ist. Als Ergänzung des munteren Potpourris liefert die Jazz-Legende Lester Lanin zur Abwechslung ein paar rassige Latino-Rhythmen.

Ein bisschen beliebige und abgedroschene Best-Of-Klassik mit Latino-Füllseln ist das natürlich alles schon. Der Rang der Kompositionen und die durchweg vorzüglichen Einspielungen sprechen auf der anderen Seite für die unterhaltsame CD. So ist diese in erster Linie als Filmsouvenir sowie als Klassik-Album für Einsteiger bzw. diejenigen, die genannten Stücke noch nicht auf Tonträger besitzen, geeignet. Erfahrene Klassik-Kenner werden an der Scoop-Filmmusik hingegen wenig Interesse haben, da der Repertoirewert der wenig originellen Auswahl letztlich doch eher gering ausfällt. Sei es drum. Unabhängig von dieser Feststellung handelt es sich um eine schöne Zusammenstellung, die im Film durchaus ihren Effekt haben dürfte. Eine Bewertung macht hier aber natürlich keinen Sinn.

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