S1mone – Carter Burwell

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In der Komödie S1mone, dem neuen Film von Andrew Niccol (Gattaca), dreht ein unbekannter Hollywood-Regisseur (Al Pacino) gerade einen neuen Film. Als ihm sein Star, eine launische Primadonna (Winona Ryder), abhanden kommt, greift er kurzerhand zu virtuellem Ersatz: „S1mone“ ist geboren. Der Film wird zum Kassenschlager, ohne dass das Publikum die wahre (computergenerierte) Identität der Hauptdarstellerin kennt. Schrieb Mychael Nyman für Gattaca noch eine melancholische minimalistische Filmmusik, die perfekt mit den Bildern harmonierte, weiß sein Nachfolger Carter Burwell mit S1mone nur wenig anzufangen. Ob in den Klavierstücken mit sanfter Streicherbegleitung oder den rhythmisch-poppigen Passagen, in denen Celesta, Harfe und elektronische Elemente dazutreten: Die Musik ist stets schlichter Natur und es mangelt ihr an prägnanten melodischen Einfällen.

Teile der Komposition sind aber durchaus nett anzuhören. Gerade in den letzten Stücken gelingt eine solide Verarbeitung des ansonsten arg simplen Hauptthemas. Doch über die rund vierzig Minuten Lauflänge besitzt die CD-Veröffentlichung einigen Leerlauf. In machen Stücken plätschert die Musik mit atmosphärischen Synthie-Klängen einfach nur monoton und lustlos vor sich hin. Die besseren Momente können nicht darüber hinwegtäuschen, das Burwell bereits eine ganze Reihe ähnlicher und insgesamt besserer Filmmusiken komponiert hat. Im Vergleich zu den inspirierteren Arbeiten für die Coen-Brüder (Fargo, The Hudsucker Proxy) oder zum AIDS-Drama And the Band played on wirkt Simone leider sehr blass.

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