Running Scared – Mark Isham

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Running Scared ist mal wieder eine derjenigen Suspense-Musiken, deren Veröffentlichung auf CD nur wenig Sinn macht. Budgetbedingt musste Mark Isham bei der Vertonung auf ein Orchester verzichten. Deshalb reiht er über lange 71 Minuten klirrende synthetische Klangkollagen aneinander, lässt stampfende Bässe hallen und elektronische Rhythmen pulsieren. Dazu darf der Synthesizer oftmals das Orchester ersetzen. Allein das Hauptthema wird von einer echten Gitarre gespielt und erinnert in seiner lakonischen Art ein wenig an Ennio Morricone. Vielleicht eine naheliegende Assoziation, spielt Running Scared doch in der Welt des Mafiamobs. Doch das war es dann auch schon fast.

Denn abgesehen von diesem passablen melodischen Einfall brodelt die Vertonung über die viel zu lange Spielzeit meist stupide vor sich hin. Der altbackene Einsatz der Klangsynthetik erinnert bisweilen sogar an blasse Fernsehmusiken aus den 80er Jahren. Melodische Akzente sind zwar hier und da vorhanden – etwa wenn auf der Gitarre das Hauptthema wiederholt wird oder einfache Motive auf dem elektronischen Klavier (wie z.B. die kinderliedartige Melodie in „Dez & Edele’s“) erklingen. Eine thematische Verarbeitung dieser Ideen bleibt jedoch nahezu völlig aus. Geradezu abgedroschen wird es, wenn Frauen-Vokalise und gesampeltes Duduk ethnisches Kolorit erzeugen sollen oder Isham laute E-Gitarren krachen lässt.

So reiht sich Running Scared nahtlos in die lange Liste substanzloser, rein filmdienlicher Spannungsvertonungen der letzten Jahre ein. Hier erklingt zwar einmal nicht die standardisierte Synthetik-Sinfonik-Mischung, wie man sie in letzter Zeit so oft gehört hat. Origineller ist die Musik deshalb aber noch lange nicht. Insgesamt eine enttäuschende CD, die nur hartgesottenen Fans des Komponisten gefallen dürfte.

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