Running free – Nicola Piovani

Nach seinem Oscar für Roberto Benignis Das Leben ist schön von 1999 ist Running Free der erste amerikanische Film für den Nicola Piovani gearbeitet hat. Er verdrängte damit Danny Elfman, der ursprünglich für den unter dem Arbeitstitel Hoofbeats bekannten Film vorgesehen war. Für das in Afrika spielende Kinderabenteuer um einen Jungen und sein Pferd schrieb Piovani eine Musik, die ähnlich wie Das Leben ist schön auf einfachen wie eingängigen Melodien basiert. In den ersten drei Stücken der CD werden die zentralen Themen der Musik eingeführt: Ein rhythmisches von Schlagwerk und Streichern dominiertes Thema wird im einleitenden „Running Free“ vom einer elegischen Streichermelodie abgelöst. Mit Lucky’s Waltz folgt ein reizvoller Walzer und das anschließende „Lucky’s Long Journey“ ist geprägt von düsteren Stimmungsbildern und arabisch anmutender Perkussion.

Nach diesem durchaus attraktiven Beginn offenbart sich aber schnell die große Schwäche der Komposition: Denn nach knapp 20 Minuten ist musikalisch praktisch alles gesagt. Es folgen endlose und ermüdende Variationen der Hauptthemen – hauptsächlich im Arrangement. Diese bieten nur wenig Neues und wirken daher entsprechend redundant. Die einzige Abwechslung bieten zwei Percussionstücke, die nicht von Nicola Piovani stammen: „Dance of the Hunter’s Fire“ und „The Hunt“ zeigen die Trommelrhythmik von Mickey Hert und Planet Drum. Doch auch sie klingen wie die Partitur Nicola Piovanis mit ihren eigentlich schönen Themen seltsam leblos und künstlich.

Die knapp einstündige Einspielung auf Varèse Sarabande ist zwar gefällig und nicht ohne gelungene Momente, kann aber aufgrund ihrer Monotonie nur ansatzweise überzeugen. Wie schon seine Partituren für das italienische Kino gezeigt haben, schreibt Piovani meist schöne Melodien, ist aber beileibe kein musikalischer Dramatiker. Das Leben ist schön lebte allein vom wundervollen Charme und der Leichtigkeit der Komposition. Dies sind Eigenschaften, über die Running Free in dieser Form nicht verfügt. So konnte die Musik die Karriere Nicola Piovanis in den Vereinigten Staaten nicht vorantreiben. Er blieb darum auch weiterhin dem Europäischen Kino treu.

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