The Roots of Heaven / David Copperfield – Sir Malcolm Arnold

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Zum achtzigsten Geburtstag von Sir Malcolm Arnold haben das Team Morgan/Stromberg dem britischen Altmeister ein besonderes Geschenk gemacht: Mit David Copperfield und The Roots of Heaven spielten sie gleich zwei seiner schönsten Partituren mit den Moskauer Sinfonikern neu ein. Das Afrikaabenteuer The Roots of Heaven von 1958 zeigt den Überlebenden eines Konzentrationslagers in seinen Versuchen, Elefanten vor dem Aussterben zu bewahren. Der von John Huston mit Trevor Howard und Errol Flynn in den Hauptrollen inszenierte Film entstand unter schwierigen Bedingungen größtenteils an Originalschauplätzen im heutigen Chad und Zentralafrika. Krankheiten und das extreme Klima machten der Crew die Dreharbeiten zur Hölle. Malcolm Arnold bekam von diesen Strapazen freilich nur wenig mit, da er erst sehr spät zum Projekt hinzustieß. Seine Musik besticht durch ihre prachtvolle Orchestrierung und britische Noblesse. Famose melodische Einfälle sind bei Arnold fast selbstverständlich. Dabei stammen die beiden wichtigsten Themen nur zum Teil von ihm selber. Das mitreißende Elefantenthema basiert auf einem Lied der afrikanischen Folklore und das Streicherthema für die Figur der Minna entstammt der Feder des Pianisten Henri Patterson.

Typisch für den Komponisten ist der Einsatz der Blechbläser. Die Verwendung von Perkussion, Marimba und Maracas verleiht der Musik reizvolles Lokalkolorit. Eine kleine Überraschung liefert die Komposition am Rande: Nachdem die eigentlichen Aufnahmen abgeschlossen waren, befand Fox-Produzent Darryl F. Zanuck, dass der Film mehr Musik benötige. Diese neuen Stücke wurden aus Zeitgründen vom damals leitenden musikalischen Direktor bei Fox, also niemand Geringerem als Alfred Newman, geschrieben. Newman verfasste vier neue Stücke, für die er sogar die Zustimmung Arnolds einholte. (zwei von ihnen sind auf der vorliegenden Aufnahme wiedergegeben). Roots of Heaven ist Filmmusik „at its best“, die von den William Stromberg und den Moskauer Sinfonikern wunderbar interpretiert wird.

Die zweite enthaltene Filmmusik, David Copperfield (nach Charles Dickens) von 1969, war die letzte Filmpartitur Malcolm Arnolds, der sich fortan ausschließlich dem Konzertsaal zuwandte. Pastorale Streichermelodien und ein dezenter Einsatz der Bläser zeichnen Arnolds Werk für die Verfilmung einer seiner Lieblingsromane aus. Traumhaft schön ist ihm das Thema für die Titelfigur David gelungen. Im Grundton ist die Musik weitgehend ruhig und zurückhaltend ausgefallen. Darin besitzt sie aber ähnlich viel Charme wie der Beitrag zum Afrikafilm Roots of Heaven.

Für ihre feine Arnold-CD verdient das bewährte Team Morgan/Stromberg einmal mehr Bestnoten. Erneut vorbildlich sind die Qualität der Einspielung als auch das liebevolle und ausführliche Booklet. Die beiden Musiken von Malcolm Arnold sind gewichtige Argumente für weitere Aufnahmen von Partituren des Briten. Hoffen wir, dass diese nicht allzu lange auf sich warten lassen.

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