Possession – Gabriel Yared

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In Neil LaButes (In the Company of Men, Nurse Betty) neuem Film Besessen – Possession erleben zwei Literaturwissenschaftler bei ihren Nachforschungen in Frankreich bzw. England eine leidenschaftliche Romanze. Diese weist Parallelen zu ihren Studienobjekten auf – zwei Dichter im viktorianischen London, die damals eine verbotene außereheliche Affäre verband.

Den auf zwei Zeitebenen spielenden Film untermalt Gabriel Yared mit einer elegischen, streicherbetonten Komposition, die seinen Arbeiten zu Message in a Bottle und Es begann im September (2000) nahe steht. Der Opernarie „Possesso“ (im Film im Abspann zu hören), die vom Tenor Ramon Vargas interpretiert wird, folgt eine klangschöne, melancholische Musik, in der Holzbläser, Harfe und Klavier neben gelegentlichen Soli der Violine die romantischen Streichermelodien verzieren.

Überraschenderweise findet keine stilistische musikalische Trennung beider Epochen statt. Allein von CD gehört lässt sich kaum ausmachen, welche Stücke in Szenen der Gegenwart und welche in denen des 19. Jahrhunderts zu hören sind. Dies mag durchaus dem filmischen Konzept entsprechen, die Ähnlichkeiten beider Romanzen herauszustreichen. Doch über recht lange 67 Minuten weist die ansonsten sauber gearbeitete Partitur als Höralbum einige Längen auf und mangelt es ihr ein wenig an Abwechslung.

Das elegante Hauptthema und die stimmungsvolle Atmosphäre machen Besessen aber trotzdem zu einer angenehmen und erfreulichen Filmmusik. Etwas schade bleibt allerdings dennoch, dass Yared in letzter Zeit derart auf romantische Filmsujets fixiert war. Etwas mehr Abwechslung in der Wahl des Genres wäre sicher wünschenswert. Seine letzten Arbeiten klangen nämlich doch sehr ähnlich. Wer diese aber mochte, wird auch an Possession seine Freude haben.

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