Peter Pan – James Newton Howard

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Einmal mehr widmet sich eine Hollywood-Produktion den Abenteuern des Märchenhelden Peter Pan. Während Steven Spielberg in Hook (1991, mit Musik von John Williams) Robin Williams als erwachsenen Pan nach Nimmerland schickte, erzählt der australische Regisseur P.J. Hogan (Muriel’s Hochzeit) nun erneut die klassische Kindergeschichte. In der Optik orientiert sich die Neuauflage am Spielbergschen Vorbild. Allein eine vergleichbare Starbesetzung fehlt, denn die Produzenten engagierten hauptsächlich hierzulande unbekannte Jungdarsteller.

Musikalisch ist James Newton Howard mit auf Märchenreise gegangen. Der inzwischen Disney-erfahrene Komponist vertraut mit seiner Arbeit den erprobten und bewährten Vertonungsschemata für das Genre. Wer einige Komödienmusiken Howards und die Zeichentrickarbeiten zu Treasure Planet (2002) oder Atlantis (2001) kennt, weiß bereits vor dem CD-Kauf, worauf er sich bei Peter Pan einlässt. Mit Orchester, Chor und gelegentlicher synthetisch-poppiger Unterstützung bildet der Score eine Wiederbelebung altbekannter Ideen und Stilismen. So sind neben den bereits genannten Howard-Arbeiten Tschaikowskys Nussknacker und einmal mehr Prokofieff als Vorbilder zu erkennen. In „Set them Free“ erklingt dazu wieder einmal ein Orffscher „O Fortuna“-Verschnitt.

Wirklich neuartig ist das Gebotene also auf keinen Fall. Dennoch überzeugt Peter Pan mit schönen Themen und Motiven sowie einer vielfältig gestalteten Orchestrierung, in der Celesta, Harfe und Glockenspiel sehr schön zur Geltung kommen. Ähnlich der etwa gleichwertigen Sinbad-Partitur von Harry Gregson-Williams aus dem vergangenen Sommer fehlt zwar auch hier eine gewisse Raffinesse und ein zündender thematischer Gedanke. Dennoch handelt es sich um routiniertes, keinesfalls schlechtes Orchesterhandwerk. Als exzellent klingendes und gefällig fließendes Höralbum macht Peter Pan eine gute Figur. Wer von den vorangegangenen CDs des Komponisten noch nicht genug hatte, darf hier deshalb unbesorgt zugreifen.