Pearl Harbor – Hans Zimmer

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Der Angriff der Japaner auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 bedeutete für Amerika den Eintritt in den zweiten Weltkrieg. Über 2000 Amerikaner fielen der Attacke, die den Stützpunkt völlig überrumpelte, zum Opfer. Regisseur Michael Bay (The Rock, Armageddon), hat aus diesem geschichtlich hochinteressanten Stoff effektgeladenes Mainstream-Kino gemacht, in dessen Zentrum er eine Liebesgeschichte stellt. Kritiker ließen kein gutes Haar an dem dreistündigen Epos und auch die Publikumsreaktion sprach von geringer Begeisterung. Triefendes Pathos, hohler Patriotismus und Geschichtsverdrehung bis zur Lächerlichkeit wurden dem Action-Epos vorgeworfen.

Bei der Filmmusik legte Hans Zimmer Hand ans Notenpapier und schuf eine zurückhaltende, weitgehend atmosphärisch gehaltene Untermalung. Cello, Klavier und Streicher dominieren das Klangbild, welches von Synthesizern dezent verstärkt wird. Das Liebesthema, dessen Komposition Zimmer Gerüchten zufolge viel Mühe bereitet hat, ist schön gelungen und zieht sich als roter Faden durch die Musik. Im Verlauf der Partitur steigert Zimmer mit Chor und Sopranistin geschickt die Wirkung. Die feierliche Gestalt erinnert phasenweise an ein kirchliches Requiem. Stilistisch erinnert viel an die Filmmusik zu The thin Red Line (1998) und auch Referenzen zum Gladiator (2000) werden hörbar. Doch trotz aller Melodramatik und manchem Pathos, ist die Musik überraschend melodiös und ruhig gehalten.

Pearl Harbor ist zwar simpel gestrickt, aber durchaus gut anhörbar und eingängig. Gerade in den Vokalpassagen verfehlt die Komposition nicht ihre Wirkung. Wer Action à là Gladiator erwartet, wird jedoch enttäuscht sein. Denn diese fehlt (fast) völlig. Wenn auch bei weitem kein großer Wurf, ist Pearl Harbor dennoch eine klangschöne wie unterhaltsame Filmmusik. Allein auf den nichtssagenden Popsong von Faith Hill zu Beginn der CD hätte man gut und gerne verzichten können.

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