Passionada – Harry Gregson-Williams

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Harry Gregson-Williams ist wohl einer der am meisten beschäftigten Komponisten des Jahres mit Musiken wie Sinbad, Die Journalistin und The Rundown im Gepäck. Dazu kommt nun mit dem Score zu Passionada die Filmmusik zu einer bereits vier Jahre alten Liebeskomödie, die in den USA allerdings erst 2003 in die Kinos kam. Ob Gregson-Williams Passionada erst vor kurzem oder bereits vor vier Jahren komponiert hat, bleibt unklar. Vermutlich ist Letzteres anzunehmen, denn das musikalische Konzept steht den jüngsten Arbeiten des Komponisten doch recht nahe.

Die Geschichte um die neuen Liebeswirren einer portugiesischen Witwe in Massachusetts hat Gregson-Williams mit einer klangschönen Komposition versehen. Latinorhythmen, entspannte Gitarrenklänge, Fadogesänge und obligatorisch für eine Romanze viel Streicherwohlklang verleihen der Handlung ein stimmungsvolles Kolorit, das auch allein von CD gehört einige Reize offenbart. Gegenüber der Musik zu Die Journalistin lässt Passionada jedoch ein vergleichbar prägnantes Themenmaterial sowie eine ähnlich überzeugende sinfonische Gestaltung vermissen. Insgesamt ist die Partitur etwas einfacher gearbeitet – sicher auch entsprechend der filmischen Vorgabe. Etwas störend wirken die wiederkehrenden elektronischen Beats, die einigen Stücken unterliegen. Hierbei handelt es sich um ein Stilmittel des Komponisten mit merklichen Abnutzungserscheinungen, da es mittlerweile in fast jeder seiner Musiken Verwendung findet.

Dennoch wird dem Hörer mit Passionada ein nettes, gut fließendes Höralbum geboten, mit dem Gregson-Williams einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Wer keine große Filmmusik erwartet und entspannten lateinamerikanischen Gitarrenklängen nicht abgeneigt gegenüber steht, wird hier bestens unterhalten.

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