O – Jeff Danna

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O ist eine moderne Othello-Verfilmung mit den Jungstars Julia Stiles (Save the last Dance) und Josh Hartnett (Pearl Harbor) in den Hauptrollen. Die Produktion liegt damit voll im Trend radikal modernisierter Literaturadaptionen à là Eiskalte Engel, Hamlet oder 10 Dinge, die ich an Dir hasse. Das Konzept mag jedoch langsam an Reiz verloren haben. Denn der im Januar 2002 in Deutschland gestartete Film konnte bislang nur wenige Zuschauer in die Kinos locken.

Die Vertonung stammt von Mychael Dannas (Ride with the Devil) Bruder Jeff. Dessen Musik ist von einem eleganten, sehr melancholischen Streicherteppich durchzogen. Danna übt sich darin in Zurückhaltung. Die dezente und sehr ruhige Untermalung bleibt stets im Hintergrund. Zarte Klänge von Harfe und Glockenspiel begleiten die Streicher neben altertümlichen Instrumenten wie der Gambe (ein Saiteninstrument ähnlich dem Cello). Auf diese Weise entwickelt Danna eine eigenwillige, wie faszinierende Atmosphäre.

Die Musik ist deshalb über weiter Strecken schön anzuhören, wirkt aber mitunter auch ein wenig spröde. Den hübschen melodischen Einfällen steht zudem über die Dauer einer guten Dreiviertelstunde eine etwas zu gleichförmige Gestaltung im Wege. Mit der die CD eröffnenden Opernarie „Ave Maria“ aus Verdis Otello kann die Originalmusik leider nicht konkurrieren. O erweist sich als Filmkomposition, mit der Jeff Danna den Arbeiten seines Bruders recht nahe kommt. Die fehlende Abwechslung erweist sich dabei als die größte Schwäche der ansonsten nett anzuhörenden Veröffentlichung.

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