Matchstick Men – Hans Zimmer

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Man kann Hans Zimmer vieles vorwerfen, nur nicht mangelnde Vielfalt in der Auswahl seiner filmmusikalischen Projekte. Die Bandbreite der Arbeiten ist groß. Von Zeichentrick (König der Löwen), Liebeskomödie (Nine Months, Besser geht’s nicht) über Psychothriller (The Ring, Hannibal) und Action (The Peacemaker) bis hin zum Kriegsfilm (Black Hawk Down) reicht das Spektrum des Komponisten. So überrascht auch die inzwischen sechste Zusammenarbeit des Deutschen mit Regisseur Ridley Scott mit frischen Wind im Zimmerschen Schaffen.

Für die augenzwinkernde Gangsterkomödie Tricks schrieb dieser nämlich einen charmanten, leichtfüßigen Score für eine kleine Orchesterbesetzung. Da eine der Hauptfiguren des Filmes in die 50er und 60er Jahre vernarrt ist, taucht die Musik tief in die Vergangenheit ein und wandelt stilistisch auf den Spuren des Italieners Nino Rota. (vgl. The Essential Nino Rota Film Music Collection). Zum Beispiel wird das Hauptthema aus Fellinis La Dolce Vita mehrfach zitiert und spielen Akkordeon, Saxophon sowie Gitarre eine große Rolle. Dazu erklingen immer wieder Oldies von damals.

Den Score hat Zimmer abwechslungsreich gestaltet. So findet sich Jazziges neben Tangorhythmen und sonnendurchflutet Streichergefärbtem wieder. Der nostalgisch-südliche Flair steht dem Score gut zu Gesicht und gibt dem Ganzen eine sympathische frische Note. Da verzeiht man auch gerne, dass das Gehörte trotz leichter Modernisierung durch dezente synthetische Unterstützung eher altbekannt bleibt und an den Pfiff Nino Rotas nicht ganz heranreicht. Nach der etwas blassen Musik zu Tränen der Sonne sind die Tricks zwar kein Meilenstein, aber endlich mal wieder eine wirklich erfreuliche Neuerscheinung von Hans Zimmer. Hoffen wir deshalb auch das beste für den demnächst erscheinenden Last Samurai.

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