Mansfield Park – Lesley Barber

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Nach dem Erfolg der Jane Austen-Verfilmungen Sense & Sensibility (1995) und ein Jahr später Emma (1996) erschienen eine ganze Reihe weiterer Verfilmungen von Romanen der Britin. So enstand für das BBC als Miniserie Pride and Prejudice (1995) und wurde auch Persuasion (1995) verfilmt. Der vorerst letzte Sproß in dieser Reihe ist eine Verfilmung frei nach Mansfield Park, die den Roman um einige autobiographische Details seiner Autorin erweitert. Am Klarsten wird dies an der Hauptfigur Fanny Price, die im Buch noch etwas spröde geschildert, im Film deutliche Züge Jane Austens trägt.

Die Musik für das schöne Liebesdrama schrieb der Newcomer Lesley Barber, der eine zurückhaltende und sehr nuanzierte Partitur komponiert hat. Diese wird von einem kleinem Ensemble bestehend aus Streichern, Klavier, Harfe und Glasharmonika gespielt. Anderes als die mit weiten Klangbögen durchkomponierten Musiken Patrick Doyles und Rachel Portmans für Sense & Sensibility bzw. Emma erscheint das Klangbild von Mansfield Park sehr zerbrechlich und intim. Gelungen ist Barber das Hauptthema („Theme from Mansfield Park“), dessen Qualitäten sich allerdings erst mit mehrmaligem Hören dem Hörer vollständig erschließen. Sensibel ist Barbers Umgang mit dem Thema, reizvoll viele kleine Ideen in der Musik, etwa „Fireworks“ oder das zu Beginn dissonante „Paying for the Party“, das im Film die Szene untermalt in der Fanny Price von den Sklaven und deren Misshandlung in den britischen Kolonien in Afrika erfährt.

Die Stimmung der Musik erinnert mit ihren fragilen Klanggebilden und Glasklängen ein wenig an Girl, Interrupted von Mychael Danna aus dem selben Jahr und ist vergleichbar schön geraten. Das Hauptthema ist sogar noch eine Spur einpägsamer und markanter als das von Danna. Lesley Barbers Komposition mag auf den ersten Blick ein wenig spröde und langweilig wirken, entfaltet aber mit wiederholtem Hören einen reizvollen Charme. Zwar erreicht die Musik nicht die Qualität der Vorbilder von Doyle und Portman, ist aber dennoch für sich genommen ein gefälliges und rundum schönes Werk. Abgerundet wird die CD-Veröffentlichung von dem afrikanischen Song „Djonga“ von Salif Keita.