La Fiancée Syriénne – Cyril Morin

Die 1954 in Jerusalem geborene Eran Riklis erzählt in ihrem Spielfilm Die Syrische Braut von einer Hochzeit auf den zwischen Syrien und Israel gelegenen Golanhöhen. Eine junge Frau soll per Zwangsheirat einen syrischen TV-Star ehelichen, den sie nicht kennt. Dafür muss sie die israelische Seite der Golanhöhen verlassen. Einmal auf syrischem Boden angelangt, kann sie aber nicht wieder nach Israel zurückkehren. So wird der Tag der Hochzeit zum traurigsten ihres jungen Lebens, da er einen endgültigen Abschied von ihrer Familie bedeutet.

Die israelisch-deutsch-französische Koproduktion startete im März 2005 in den deutschen Kinos. Die Vertonung des ambitionierten und in der Kritik hochgelobten Dramas übernahm der französische Komponist Cyril Morin (Samsara (2002)). Seine Arbeit taucht tief in die arabische Folklore ein und bedient zwar durchaus orientalische Klischees, wirkt aber über weite Strecken erfreulich authentisch. Wie schon beim Fernost-Drama Samsara verwendet Morin eine ganze Reihe ethnischer Instrumente, stehen Folklore-Gesänge und typische orientalische Rhythmik im Vordergrund. Dazu treten melancholische Streichermelodien und synthetisch erzeugte Klangflächen als atmosphärisches Fundament. Für die Hochzeitsfeier gibt als Bonus es eine Reihe von Songs (z.B. „The Wedding Convoy Song“), die in ihrem modernen Ethno-Pop zuweilen an den Chartstürmer „Mundian to Bach Ke“ von Panjabi MC erinnern und damit ein klein wenig Richtung Indien schielen.

Die Syrische Braut entführt den Hörer mit stimmungsvollen Impressionen in die Welt des Nahen Ostens. Dabei verzichtet Morin zugunsten des ethnischen Kolorits auf eine klassische Musikdramaturgie. Die eher einfache, aber dennoch nicht ungeschickte handwerkliche Machart sollte demnach auch keine zu hohen Erwartungen wecken. Eine sympathische und hörenswerte Musik ist Cyril Morin aber dennoch geglückt.

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