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Kolumne

Donnerstag, 14.3.2002: Vorbericht Oscarverleihung

Selten...

war das Rennen um die Oscars so offen wie in diesem Jahr. Auch wenn alles auf einen Zweikampf zwischen dem vierfachen Golden Globe-Gewinner A Beautiful Mind und Peter Jacksons gleich in dreizehn Kategorien nominiertem Fantasyabenteuer Herr der Ringe hindeutet: Auch das Musical Moulin Rouge und Robert Altmans Gosford Park sind bei der Verleihung am 24. März keineswegs chancenlos.

Weniger spannend als die Frage nach dem besten Film dürfte vermutlich die Wahl des besten Soundtracks ausfallen. Zwar bietet John Williams in Harry Potter das eingängigste Hauptthema. Doch bei zwei nominierten Filmmusiken des Komponisten werden sich die Stimmen der Academy wohl gleichmäßig aufteilen. Das Resultat wird sein, daß weder der Zauberlehrling noch A.I. gewinnt.

Dann wären da noch die Monster A.G., die Randy Newman kaum den langersehnten Oscar bescheren wird, und Horners (zumindest auf CD) lauer Score zu A Beautiful Mind im Rennen. Dessen Gewinn ist ebenfalls unwahrscheinlich, da der Oscar für Titanic noch nicht weit genug zurückliegt.

Wenn alles erwartungsgemäß verläuft, wird Howard Shore die begehrte Statue am frühen Montagmorgen (nach unserer Zeit) in den Händen halten. Der Herr der Ringe - Die Gefährten ist in meinen Augen die ambitionierteste Filmmusik des Jahres und wäre ein verdienter Sieger.

Doch Überraschungen gibt es immer wieder. Oder wer hätte vergangenes Jahr ernsthaft damit gerechnet, daß Hans Zimmer mit seinem Gladiator-Soundtrack leer ausgehen würde?

Wie auch immer, ganz so ernst darf man die Oscars sicher nicht nehmen. Die Liste offensichtlicher Fehlentscheidungen der Vergangenheit ist lang. Mit der selbstverliebten wie glamourösen Show feiert sich Hollywood letztlich nur selber. Anschließend werden die Auszeichnungen dann dafür benutzt, die prämierten Filme besser zu vermarkten. That's Business... (mr)

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