Il cinema di Matteo Garrone – Banda Osiris

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Unter dem Titel Banda Osiris – Il cinema di Matteo Garrone veröffentlichte das italienische Label Radio Fandango 2005 eine kleine Retrospektive der vier Filmmusiken von Banda Osiris zu Filmen von Matteo Garrone. Dem Drama Primo Amore um eine obsessive, selbstverzehrende Liebe und dem Thriller L’imbalsamatore war bereits 2004 eine eigene CD gewidmet worden (nähere Infos zu den Musiken siehe in der damaligen CD-Kritik). Auf der nun vorliegenden Kompilation werden sie in zwei etwa zehnminütigen Suiten vorgestellt, bei der vor allem Primo Amore in einem etwas unglücklichen Licht erscheint, da die Repräsentation mit nur 5 kurzen Stücken kaum ihre volle Wirkung entfaltet.

Erstmalig auf CD verfügbar sind hingegen die Arbeiten von Banda Osiris zu den beiden Garrone-Filmen Ospiti (1998) und Estate Romana (2000). Erstaunlicherweise verwischen die stilistischen Grenzen zu den späteren Musiken. Beinahe nahtlos knüpfen Primo Amore und L’imbalsamatore an diese frühen Vertonungen an. Das Wechselspiel aus Streichern und elektronischer Rhythmik wird in den ersten Musiken aber noch etwas stärker durch Instrumente wie Tuba, Posaune und Saxophon aufgebrochen. Hin- und wieder werden auch Einflüsse aus Klezmer-Musik und afrikanischer Folklore spürbar. Dazu blitzen mitunter die in der Zirkusmusik liegenden Wurzeln von Banda Osiris auf. Doch die Grundformel bleibt grundsätzlich die Beschriebene. Eingerahmt wird die CD durch zwei Songs, eine so betitelte „Friedenskantate“ und eine 2005er Version des Stücks „rossella“ aus Estata Romana, in der das Arrangement reizvoll auf Klavier und weibliche Vokalise reduziert wurde.

Ein wenig mangelt es der CD leider an Höhepunkten. Ein paar nette melodische Einfälle und hübsche Arrangements machen die Zusammenstellung zwar unterhaltsam. Die Intensität und die atmosphärische Dichte von Primo Amore erreichen die anderen drei Musiken jedoch nicht. Deshalb dürfte die Kompilation vor allem Fans von Matteo Garrone und natürlich Banda Osiris ansprechen. Für eine erste Begegnung mit dem Quartett aus Italien empfiehlt sich dagegen eher Primo Amore.

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