How to train your Dragon – John Powell

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Zwölf Jahre ist es nun schon her, dass John Powell (damals noch zusammen mit Harry Gregson-Williams) in Antz (1998) die Ameisen filmmusikalisch auf die Hörer los ließen und zwei Jahre später die rennenden Hennen aus Chicken Run (2000) und einen Oger namens Shrek (2001) mit herrlichen Vertonungen folgen ließen. Was damals noch frisch und unverbraucht klang, hat sich unzählige Genremusiken des Komponisten später mittlerweile doch etwas abgenutzt. So boten Powells Arbeiten zu Bolt (2008), Horton hört ein Hu! (2009) oder Happy Feet (2006) zuletzt vor allem solide Wiederholungen altbekannter musikalischer Kniffe. Umso mehr überrascht, dass es dem Komponisten nun mit dem 3D-Spektakel Drachenzähmen leicht gemacht – How to train your Dragon über weite Strecken gelungen ist, wieder an die Spritzigkeit früherer Arbeiten anzuknüpfen.

Dass dem so ist, verdankt die Musik vor allem einem attraktiven Kunstgriff: Powell lässt zum turbulenten Drachenabenteuer Dudelsack und Fiedeln in bester schottischer Manier aufspielen. Diese folkloristische Färbung verleiht der gewohnt turbulenten orchestralen Tour de Force ein so charmantes wie augenzwinkerndes Rückgrat. Die rasante „Feel Good Music“ unterhält dazu mit eingängigen melodischen Einfällen, die wie das Spiel der Flöten immer wieder an die bereits genannten Musiken zu Chicken Run und Shrek denken lassen, deren heroische Posen den ein oder anderen aber auch an Far & Away (1992) von John Williams erinnern dürften. Somit sollte auch klar sein, dass das Rad animierter Vertonungskünste hier kaum neu erfunden wird. Vielmehr beschreitet Powell auf hohem Niveau allein vertrautes musikalisches Terrain. Auch wenn die auf CD präsentierten 70 Minuten vielleicht des Guten sein mögen, bereitet die abwechslungsreich orchestrierte Musik so viel Hörvergnügen wie schon lange keine Powell-Musik mehr.

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