Hollow Man – Jerry Goldsmith

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Schon seit einigen Jahren haben sich die Filmmusiken Jerry Goldsmiths qualitativ im Bereich guten soliden Handwerks eingependelt. Die Vertonung von Paul Verhoevens Thriller um einen DNA-Forscher (Kevin Bacon), der nach einem fehlgeschlagenen Experiment nicht nur unsichtbar wird, sondern sich auch zum Killer wandelt, bildet leider keine Ausnahme. In einer sinfonischen Komposition angereichert mit elektronischen Klängen erzeugt Goldsmith souverän die für einen derartigen Thriller zu erwartende düstere Atmosphäre.

Das abgründige Hauptthema („The Hollow Man“) erinnert dabei ein wenig an Basic Instinct. Doch die Musik orientiert sich in ihrem weiteren Verlauf stärker an Star Trek – Insurrection, wo der Altmeister ganz ähnliche elektronische Klangstrukturen verwendet hat. Routiniert spielt der Komponist mit der im Thrillergenre üblichen musikalischen Spannungsdramaturgie. Unheilschwanger aufspielende Streicher, dissonante Klavierpassagen und immer wieder die für ihn typischen hart klingenden Blechbläser in den Action-Sequenzen bestimmen das Geschehen. Das ist sicher nicht sonderlich originell, wirkt aber bedingt durch die unüblich lange Zeit, die Goldsmith bei seiner Arbeit zur Verfügung stand, sehr ausgefeilt. Und ist deshalb auch abseits des Filmes gut hörbar. Überzeugend wie schon bei seiner Arbeit für das letzte Abenteuer der Star Trek-Saga ist wiederum das Zusammenspiel von Orchester und computerprogrammierten Klangeffekten gelungen.

Naturgemäß ist Hollow Man weitaus weniger eingängig als noch die epischen arabisch angehauchten Filmmusiken zu The Mummy und The 13th Warrior aus dem Vorjahr. Doch die Musik gewinnt deutlich mit mehrmaligem Hören. Reizvoll ist das verführerisch mysteriöse Hauptthema, dass mir fast sogar eine Spur besser gefällt, als die der letzten Goldsmith-Partituren. Die Einspielung auf Varèse Sarabande besticht durch ihre großzügige Lauflänge von über 50 Minuten und ihr exzellentes Klangbild. Weiterführende Begleitinformationen fehlen aber leider völlig. Insgesamt ist Hollow Man eine willkommene Bereicherung der Goldsmith-Diskographie.

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