Hidalgo – James Newton Howard

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Mit der Abenteuerproduktion Hidalgo knüpft Disney an die lange Tradition familienfreundlicher Realfilme an, die neben dem abendfüllenden Zeichentrick seit jeher zu den Grundsäulen des eigenen Programms zählen. Dieses Mal führt die Geschichte einen amerikanischen Reiter und seinen Mustang im Jahr 1890 nach Saudi-Arabien, um am berüchtigten (und historisch verbürgten) Pferderennen über 3000 Meilen durch die arabische Wüste teilzunehmen.

Dazu hat James Newton Howard eine Musik komponiert, die sich zunächst stilistisch an seinem Score zu Wyatt Earp (1994) orientiert, darüber hinaus aber arabisches Kolorit und Americana-Einflüsse à là Aaron Copland und Elmer Bernsteins Die glorreichen Sieben einbindet. Im Resultat ist ihm eine grundsolide Vertonung gelungen, die zwar mehr routiniert als inspiriert daherkommt, aber dennoch zu unterhalten weiß. Dies liegt vor allem daran, dass James Newton Howard sich bei Hidalgo einmal mehr als Könner im Umgang mit dem Orchester erweist. Allen Klischees und Vertonungsstandards zum Trotz, wissen die schönen melodischen Akzente und die arabische Klangexotik gerade mit mehrmaligem Hören zu gefallen. Die beiden zentralen Themen – eines für Hidalgo und eine episch ausladende Melodie für die Wüste – sind zwar von geringer Prägnanz, aber letztlich doch durchaus ansprechend geraten. Wie bei vielen ethnisch angehauchten Musiken dieser Tage kommt auch Hidalgo nicht ohne Vokalise aus. Dieses Mal ist es Hovig Krikorians, der das Stück „Montage“ klangschön mit seinem Gesang veredelt. Die sauber ausgeführte Orchestrierung und die sehr gut fließende Albumpräsentation seien daneben als zusätzliche Stärken hervorgehoben.

So hat das routinierte, wenig originelle Unterhaltungskino aus dem Hause Disney eine ebenso routinierte wie wenig originelle, aber eben doch auch unterhaltsame Vertonung bekommen. Insofern erscheint die Musik zu Hidalgo angemessen. Betrachtet man aber die Karriere von James Newton Howard, so wäre ihm nach den zuletzt zwar immer netten, aber kaum durchschlagenden Arbeiten endlich mal wieder ein echtes markantes Highlight zu wünschen.

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