Flyboys – Trevor Rabin

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Trevor Rabin ist vor allem für seine poppigen von E-Gitarren, Synthesizer und elektronischen Drumbeats durchzogenen Filmkompositionen bekannt. Umso überraschender erscheint da eine von ihm stammende Vertonung wie die zum Kriegsdrama Flyboys um eine Fliegerstaffel im ersten Weltkrieg, in der er konsequent auf alle diese Manierismen verzichtet und rein sinfonisch arbeitet. Themengemäß ist seine Musik eine feierlich-pompöse Hymne auf den Heldenmut der Soldaten. So erklingen keltische Einflüsse, militärische Rhythmik und feierliche Trompetensoli neben simpler Streichermelodik und an John Williams erinnernde Scherzi. Dazu treten standardisierte ostinato-lastige Action-Stücke und immer wieder theatralisches Chorraunen.

Das ist zwar alles auf den ersten Blick ganz gefällig und eingängig, offenbart aber zugleich eine geradezu rührende kompositorische Naivität. Wie sehr sich Rabin thematisch an The Patriot (z.B. das Zusammenspiel von Piccoloflöten und Trommeln in „Training Montage“) von John Williams orientiert (ohne die Klasse dieser Musik auch annähernd zu erreichen), oder wie unverhohlen er in grobschlächtigen Gesten ein beinahe unerträgliches Pathos bemüht – das alles verleidet die Komposition dann doch ziemlich schnell. Die blassen Themen und die arg simple Gestaltung tun dazu ihr übriges. Mehr als hohler, musikalischer Oberflächenglanz wird hier nicht geboten – von Raffinesse oder einer markanten kompositorischen Handschrift ganz zu schweigen.

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