Flags of our Fathers – Clint Eastwood

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Mit den beiden Filmen Flags of our Fathers und Letters from Iwo Jima widmet sich Regie-Altmeister Clint Eastwood in gleich zwei aktuellen Produktionen der grausamen Schlacht auf der japanischen Westpazifik-Insel im zweiten Weltkrieg, bei der zwischen dem 19. Februar und dem 26. März 1945 circa 25000 Soldaten fielen. Während „Flags“ die Schlacht aus Amerikanischer Perspektive schildert und zugleich den Propagandakrieg auf Amerikanischem Grund thematisiert, porträtiert „Letters“ die Geschehnisse aus Japanischer Sicht.

Wie schon bei Mystic River (2003) und Million-Dollar Baby (2004) komponierte Clint Eastwood auch für Flag of our Fathers die Filmmusik, während er diese Aufgabe bei Letters from Iwo Jima seinem Sohn Kyle und dem Newcomer Michael Stevens übertrug. Komponieren heißt bei Eastwood allerdings wie gehabt, ein paar Melodien auf dem Klavier zu spielen und sie von seinem langjährigen Mitstreiter Lennie Niehaus orchestrieren zu lassen. So auch bei Flags of our Fathers: Hier ist es vor allem ein einfaches, nostalgisch-feierlich wirkendes Klavierthema, das im Mittelpunkt steht. Es wird immer wieder ohne große Variation – hier und da von Streichern und Saxophon umgeben, mal von der Gitarre oder Trompete gespielt – eingesetzt. Dazu treten düstere Klangflächen, in denen die Streicher von synthetischen Bässen verstärkt werden, aber auch Soundeffekte zu Gehör kommen. Zu guter Letzt begleiten einfache Marsch-Rhythmen der Snare Drums die Kampfszenen.

Im Film funktioniert dies als dezente, behutsame Untermalung durchaus effektvoll. Die sehr schlichte Komposition bleibt abseits der Bilder jedoch eher Stückwerk, wird auf CD von zahlreichen, im Film vorkommenden Source-Stücken umrahmt. Dazu gehören Werke von Haydn und Mozart ebenso wie Märsche, Polkas sowie auch Oldies bzw. neue Songs im Stil der Zeit. Diese Auswahl erhöht vielleicht den Souvenir-Wert der Scheibe, trägt aber andererseits auch viel zum zerfahrenen Gesamteindruck bei. Eastwoods für sich genommen ziemlich blasse Musik passt zu seinem zurückhaltenden, oftmals leisen Inszenierungsstil und schadet dem Film darum auch nicht. Auf CD ist sie allerdings allein etwas für Liebhaber des eindrucksvollen Filmes oder hartgesottene Eastwood-Fans.

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