Farscape – Guy Gross & SubVision

Nicht jede Fernsehserie hat den Erfolg von Akte X oder Star Trek. Allein aus diesem Grunde gehen TV-Produzenten mit neuen Serienformaten meist sehr vorsichtig um und versuchen mit dem finanziellen Budget hauszuhalten. Das betrifft nicht selten in erster Linie auch die Ausführung der Musik. Während Star Trek sich ein kleines Orchester leisten kann, basieren viele andere Serien auf rein elektronischer Musik. Erst wenn der Erfolg sich einstellt, kann auch ein größeres Budget für die Filmmusik verwendet werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Science-Fiction-Serie Farscape, die seit 2000 in die direkte Konkurrenz zu Star Trek getreten ist. In der ersten Staffel war noch die Gruppe SubVision (bestehend aus Chris Neal, Braedy Neal und Toby Neal) für die Musik verantwortlich. Die drei kreierten mittels E-Gitarren, Synthesizern und Keyboards eine elektronische Musiklandschaft aus technoartigen Rhythmen und sphärischen Passagen, die zum Teil an Vangelis erinnert.

Gelungen ist das Titelthema der Serie, das in seinem weiblichen Vokalgesang offensichtlich vom Titelthema der TV-Serie Xena – Warrior Princess inspiriert worden ist. Interessant sind auch die exotischen arabischen Einflüsse, die SubVision in ihre Musik einbringen. Insgesamt ist der Beitrag ihrer Komposition qualitativ jedoch recht durchwachsen. Während einige Passagen annehmbar sind, klingen andere wiederum billig und monoton.

Mit der ersten Staffel konnte Farscape ähnlich wie schon Babylon V eine treue Fangemeinde erobern. Entsprechend einem höheren Budget wurde in der zweiten Saison mit Guy Gross ein Komponist mit klassischer Ausbildung verpflichtet. Dessen Arbeit bleibt zwar ebenfalls elektronisch, ist in der Machart aber konventioneller als die seiner Vorgänger. Schlimmer noch erscheint Gross denkbar uninspiriert. Bemühte sich SubVision zumindest noch im Ansatz um frische Ideen, bedient der neue Komponist nur gängige Klischees der synthetischen Science-Fiction-Untermalung.

Das GNP Crescendo-Album, das Musik aus den ersten beiden Staffeln umfasst, ist eine zwiespältige Angelegenheit. Während Fans der Serie mit der CD als Souvenir und Höralbum zufrieden sein dürften, sei allen anderen ein Probehören vor dem Kauf angeraten.

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