Fantastic Four – John Ottman

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John Williams und Danny Elfman haben die Superhelden-Filmmusiken dieser Tage entscheidend geprägt – Williams mit seinem Superman in den 70er Jahren und Elfman mit den beiden Batman-Vertonungen am Anfang der 90er Jahre. Diese Werke sind auch im neuen Jahrtausend oftmals noch wegbestimmend, wenn es darum geht, klassische oder moderne Comichelden in ihren Abenteuern zu begleiten.

Auch John Ottmans Fantastic Four nach den gleichnamigen Marvel-Bänden orientiert sich an den offenkundigen Vorbildern, greift aber darüber hinaus das Konzept der eigenen X-Men 2-Musik auf. Da werden dem Hörer ein heroisches Heldenthema, das schicksalsbringende Pathos wortloser Choräle und wuchtige, die Action vorantreibende, Schlagwerk-Ostinati geboten. Insgesamt gibt es nur wenige Ruhepunkte, zu sehr dominiert dafür die rastlose Action des Filmes das musikalische Geschehen. Das wäre halb so schlimm, wenn Ottman eine abwechslungsreiche Partitur gelungen wäre. Doch über standardisierte Vertonungsmuster des Actionkinos kommt er selten hinaus. Die Orchestrierung bleibt farblos, das Zusammenspiel von Schlagwerk, Blechbläsern und Streichern standardisiert.

Bei allem – vor allem durch das recht einprägsame Hauptthema getragenen – Unterhaltungswert erweisen sich die fantastischen Vier auf CD daher als etwas beliebig wirkende Routine. Ob Ottman sich hier in Aussicht auf sein nächstes Großprojekt – die Superman-Neuauflage von Brian Singer (X-Men, Die üblichen Verdächtigen) – kompositorisch etwas zurückgehalten hat oder die Vorlage einfach nur wenig hergab: Am Ende ist seine Musik trotz der üppig besetzten Sinfonik kaum mehr als ein solides Genreprodukt.

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